Kunst, die die Welt bewegt ist nicht egozentrisch oder darauf ausgerichtet dem Künstler Ruhm einzubringen. Wahre Kunst soll einbeziehen, mobilisieren, das Publikum zur Aktion aufrufen und Wissen weitergeben. Ein vorbildliches Beispiel der Verbreitung kultureller Werte und Hoffnung durch Kunst ist JR. Der weltbekannte französische Streetart Künstler verstreut seine humanitären Botschaften seit mehr als zehn Jahren über die Wände, Züge, Böden und alle anderen Outdoor Leinwände der Welt. In seinem aktuellen Projekt "Inside ...
Groß, bunt, explosiv: Francoise Nielly
Beim Anblick dieser knalligen Porträts fällt es schwer wegzuschauen. Francoise Nielly ist Malerin und Fotografin aus Marseille und längst eine etablierte Größe im internationalen Kunstgeschäft. Die ältere Dame versteht ihr Handwerk, kennt ihr Werkzeug. Sie malt auf Großleinwand, vorzugsweise Menschen, am liebsten Porträts. Ihre Vorlage können entweder herkömmliche Fotografien oder lebendige Models sein. In guter Popart-Marnier erweckt Nielly die Farbspektakel mit Spachtel und Messer zum Leben. Sie mischt elektrische Konturen mit ...
Elise Boularan – Matière Noire
Wie im Traum: vernebelt und verhüllt zeigt uns Elise Boularan auf ihren Fotografien Szenen, die an verschwommene Träume erinnern, welche man am morgen noch wage im Gedächtnis hat. Sie sind wie ein Echo gefüllt mit Stille, die mehr als tausend Worte spricht, Geheimnisse enthüllt und uns in die Privatsphäre der Darsteller integriert. "These places are used somewhat as the timeless backdrop of intimate dramas, which are transformed to a garden that ...
News in Brief by Thomas Martin: Der künstlerische Schauplatz des Grauens
In “News in Brief“ stellt uns Thomas Martin die Berichte, die wir tagtäglich in den Medien lesen nochmals unzensiert und brutal zur Schau. Folgende Geschichte ereignete sich im Jahre 2003: Eine 27 Jahre junge Anwältin wollte beweisen, dass die Fenster im 17. Stockwerk ihres Arbeitsplatzes bruchsicher waren. Dafür warf sie sich gegen das Fenster und behielt mit ihrer Annahme recht: Die Fenster zerbrachen nicht! Jedoch sprang der komplette Rahmen heraus und ...
Eine neue Verwendung für Geld
Mit nichts weiter als einer guten Idee, einer Prise Humor und einigen Falttechniken erstellte Philippe Pétremant die “Magnificent Seven”. Eine amüsante Reihe von eigentümlichen Portraits die die allbekannten Gesichter auf unseren hochgeachteten Banknoten dekonstruieren. Königin Elizabeth, die stolz auf dem zwanzig Pfund Schein posiert wird prompt ein Schnauzer verpassst und Che Guevara kriegt auf seiner kubanischen Baknote eine schicke Gelfrisur. Das ist mal eine interessante Verwendung für Geldscheine! Momentan sind die ...
Renaud Marion: Trostloses Karussell
Was war es für eine Freude, wenn immer auf der selben freien Wiese der Jahrmarkt Halt in der Stadt machte. Karussells, Losbuden mit irrwitzigen Gewinnen, Achterbahnen und Autoscooter. Überall ein Blinken und Blitzen, ein Gröhlen und Jauchzen. Zeit für trübe Gedanken war nicht. Wie trostlos und melancholisch es jedoch sein kann, wenn sich keiner für diese Attraktionen interessiert, die Waggons des Karussells leer daliegen und der Autoscooter verlassen ist, zeigt uns ...
Cerise Doucède: Mit schwebender Leichtigkeit
Die Französin Cerise Doucède lässt Dinge schweben. Nicht etwa, weil sie Zauberkräfte hat, sondern weil sie nur ziemlich gut mit Kamera und weißen Fäden umgehen kann. Ihre Serie "Égarements", was übersetzt soviel wie "Verirrungen" heißt, lässt sie alltägliche Dinge vor verschiedensten, stets auffallend eleganten Settings um die scheinbar unbeindruckten Protagonisten herum kreisen. Schmetterlinge, geometrische Formen, der gedeckte Tisch. Alles erhebt sich und wird in einem farbenfrohen und detailreichen Strudel durcheinandergewirbelt. Erwähnenswert ist ...
Mittendrin in Saint Germain: Das Designhotel Bel Ami Paris
Keiner Stadt stattete I-REF in den vergangenen 3 Jahren sooft einen Besuch ab wie Paris. Kein Wunder ob der unvergleichlichen Eleganz dieser Stadt und dem "savoir-vivre" seiner Bewohner. Oberstes Gebot für den diesmaligen Besuch war eine Unterkunft im inspirierenden Zentrum der Stadt, dem Quartier Saint Germain des Prés. 4 Nächte wollten wir in der französischen Hauptstadt bleiben, die Sehenswürdigkeiten waren schon abgeklappert, die Devise hieß raus auf die Straße. Das Designhotel ...
Mathieu Bernard-Reymond: Bin ich nicht hier, bin ich weg
Die Serie "Disparitions" des 1976 in Frankreich geborenen, gegenwärtig in Lausanne lebenden Fotografen Mathieu Bernard-Reymond erkundet das Wechselspiel zwischen Mensch, Architektur und Landschaft im Alltag. Der Mensch erscheint zumeist als zufällig an- oder abwesender Flaneur ohne weitere Bedeutung in der Bildebene. Architektur ist das Bühnenbild mit dem der Mensch seine Umwelt dekoriert. all images © Mathieu Bernard-Reymond
Le Lycée: Schule in Paris
Ist man Schüler, bedeutet Schule in dem meisten Fällen ein notwendiges, ungleich nerviges Übel, das einen Tag für Tag viel zu früh aus dem Bett reißt und mindestens 6 Stunden mit Tests, Abfragen und Hausaufgaben quält. Doch wie verändert sich die Wahrnehmung der Schule als Bildungseinrichtung, wenn man später dorthin zurückkehrt? Der Fotograf Aram Ghadimi arbeitete von 2008 bis 2009 in zwei öffentlichen Schulen im reichsten Arrondissement von Paris und hatte ...