Erst jüngst sorgte der schleichende Niedergang der antiken Ruinenstadt Pompeij am Fuße des vesuvs für Empörung in der italienischen und mitteleuropäischen Presse. Aufgrund finanzieller Engpässe kann die Denkmalpflege der Touristenattraktion nicht in dem Maße aufrecht erhalten werden, wie es eigentlich nötig wäre. Die bei einem Vulkanausbruch unter einer Lavaschicht begrabene Stadt ist daher Witterung und Vandalismus ausgeliefert ohne dass die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen getroffen würden.
Doch nicht nur die Ausgrabungsstätte in der Provinz Neapel krankt an den Sparmaßnahmen der italienischen Regierung. Auch Paläste, Herrenhäuser und Sommervillen aus vergangenen Zeiten werden aus Mangel an Geld oder öffentlichem Interesse ihrem Schicksal preisgegeben. Der französische Fotograf Thomas Jorion zieht auf der Suche nach diesen stillen Zeugen einstiger Pracht durch das Land, um den Niedergang und Zerfall dieser Gebäude zu dokumentieren.
Bröckelige Wände, mit Staub überzogene Fußböden und abblätternde Farbe bestimmen die Aufnahmen aus der Serie “Forgotten Palaces”, die ein Teil des Projekts “Timeless Islands” ist, ein Projekt, das die Wahrnehmung von Vergänglichkeit, die Verbindung zur Linearität der zeit und die Beziehung von Material und Fortlauf der Zeit thematisiert. Ruinen und verlassene Gebäude bilden den roten Faden in der Fotografie Jorions. Es ist die besondere Atmosphäre und der Geist des vergangenen, die ihn inspirieren.
all images © Thomas Jorion










