Mark Mender: Auf den Gipfel getriebene Eleganz – Modefotografie der 60er und 70er-Jahre



Avantgardistisch ist ein großes Wort. Für Mark Mender und seine Kunst jedoch lässt sich kein geringeres Wort finden. 1933 in München geboren, bringt er sich der Autodidakt den Umgang mit der Kamera selbst bei. Bald wendet er sich ab von allen lehrbuchhaften Leitsätzen und fängt an zu Experimentieren, mit Locations, Belichtungen, technischen Details. Anfang der 60er-Jahre begibt sich Mender auf das bis dato noch wenig beschrittene Terrain der Modefotografie. Eine Entscheidung, der er rückblickend einen großen Teil seines Lebenswerks zu verdanken hat.

Mit seinem Gespür für außergewöhnliche Settings und die kraftvolle Eleganz der Mode jener Jahre, bringt er den Pop in die Fotografie. Sterile, immergleiche Hintergründe müssen einer coolen, innovativen und beinahe utopischen Atmosphäre weichen. Der Laufsteg wird eingetauscht gegen Alaska, Vermont und Tahiti. Seine Models inszeniert er im Stile der Bond-Girls. Sexy und dennoch mit kraftvoller Eleganz. Ausgestattet mit einem untrübbaren Echolot für den Zeitgeist seiner Generation steigt er zur Ikone der Modefotografie auf und hebt die Kampagnen seiner Kunden wie Bogner, Agfa oder Fred Perry auf ein neues, unerreichbares Niveau.

Seiner Experimentierfreude wird alles unterworfen: das Dach seines Studios lässt er für Beleuchtungszwecke durch eine Plexiglasscheibe ersetzen, er mietet einen Privatjet samt Flughafen für ein einziges Shooting. Lange vor seinen Kollegen misst er dem “Setting” immens hohe Bedeutung zu. Jede Aufnahme könnte aus einem Geheimagenten-Film stammen.

Als Gründer und Herausgeber der erfolgreichen Zeitschrift “Repräsentanten der Mode” schafft er es, sich gleichzeitig einen nie gekannten wirtschaftlichen und künstlerischen Freiraum zu gewähren. Zwei Dekaden später wird er zum Vorreiter der Computeranimation. 2006 wurde er auf dem ITVA-Festival für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Für die Düsseldorfer Galerie Van Horn öffnet der heute 79-jährige Fotograf, der mittlerweile zurückgezogen auf dem Land lebt, sein umfassendes Archiv. Ab dem 19. Januar zeigt die Galerie “ONE STEP BEYOND – Fotografien der 60er & 70er Jahre”, eine längst überfällige Einzelausstellung, die uns der avantgardistische Eleganz jener Zeit nachspüren lässt.

Tipp: VAN HORN ZEIGT MARK MENDER
ONE STEP BEYOND – Fotografien der 60er & 70er Jahre

19. Januar bis 23. Februar 2013
Eröffnung: Freitag 18 Januar, 18 Uhr

VAN HORN Galerie
ACKERSTR. 99
40233 DUESSELDORF

all images © Mark Mender

 

 

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