Jon Uriarte: Fotoalbum einer gesichtslosen Existenz



Die Bilder eines Familienalbums, teils Schwarz-Weiß, teils in Farbe. Sie zeigen die alltäglichen und die besonderen Momente im Leben eines Menschen. Ein Klassenfoto, das Posieren mit der Fußballmannschaft, Arm in Arm mit Freunden oder der stolze Vater.

Doch irgendetwas ist anders. Die Person, welche im Mittelpunkt des fotografischen Interesses steht, fehlt. Sie ist nicht abwesend, denn Kleidungsstücke zeugen von der Existenz dieser Person auf den Bildern. Es ist das bloße Fehlen von Körperteilen, einem Gesicht, irgendetwas, das diese Person identifiziert. So ist sie nur als leere, unsichtbare Hülle sichtbar. Sozusagen eine Nicht-Existenz.

Schöpfer dieses ungewöhnlichen “Albums” ist der spanische Fotograf Jon Uriarte, der damit eine Reflexion über den Einfluss des Umfelds auf die eigenen Identität anstoßen will. Uriarte studierte sein Metier am katalanischen Institut für Fotografie, dem International Center of Photography in New York und der Universität von Madrid. Erst kürzlich wurden seine Werke auf dem Getxophoto Photography Festival in der baskischen Stadt Getxo gezeigt.

all images © Jon Uriarte

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