Literature vs. Traffic – Bücher gegen den Straßenverkehr




Im Juni diesen Jahres verließ das spanische Public Art-Kollektiv Luzinterruptus die spanische Sonne Madrids und reiste nach Melbourne, wo um diese Zeit der milde und regnerische australische Winter Einzug erhalten hatte. Grund für den Flug um den Globus war eine Einladung zum “Light in Winter”-Festival, das in diesem Jahr unter dem Motto “Lesen” stand.

Mit dem Ziel, die kühle, kalkulierte Architektur des Federation Square in einen Ort der Intimität und Ruhe zu verwandeln, deckten sie in einer raumgreifenden, aufwendigen Installation den ganzen Platz sowie die umliegenden Straßen mit unzähligen Büchern ein. Die Bücher stammten aus einer Sammlung der Heilsarmee, die ausrangierte Bücher der örtlichen Bibliotheken zusammentrugen, um sie an Bedürftige verteilen zu können. Um den faszinierenden Effekt des Kunstwerks zu verstärken, wurde jedes einzelne Buch mit einem LED-Lämpchen versehen und zu einem “Bücherfluss” angelegt.

Die Installation darf nach Aussage der Schöpfer als symbolische Geste für die Zurückeroberung öffentlichen Raumes verstanden werden. Sich über Bürgersteige und Straßen windend, übernimmt die Literatur die Kontrolle über den Platz und entschleunigt gleichzeitig die rege Geschäftigkeit des Verkehrs. Den Bürgern soll sie Raum zur Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen und dem Buch als Medium geben.

Trotz widrigen Wetterverhältnissen haben die Macher ihre Installation über 30 tage aufrechterhalten und Nacht für Nacht illuminiert. Unten gibt’s weitere Bilder.

all images © Gustavo Sanabria

(via)

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