Edward Burtynsky: Der folgenreiche Weg des Erdöls



Staubige, glatt planierte Gärten voller schwarz glänzender Pumpen, rostige Fördertürme, die sich wie krumme Finger in den Himmel recken, verchromte Leitungen, die sich durch die grüne Landschaft schlängeln, ein Netz aus Highways, das Tausende von Autos transportiert und Berge von ausrangierten Reifen. Die Spur, die das Öl in der Umwelt hinterlässt, ist unübersehbar. Trotz vielfacher Bemühungen aus Technologie und Wissenschaft treibt der fossile Energieträger seit Dekaden die moderne Welt an, unserer Entwicklung zum Nutzen, der Natur zum Schaden. Erdöl ist die essentielle Zutat des Lebensstandarts in der westlichen Welt, über den Weg bis zum Endprodukt wissen wir dennoch kaum etwas.

Der im kanadischen St. Catherines geborene Fotograf Edward Burtynsky dokumentiert den industriellen Eingriff in die Umwelt in allem gebotenen Detailreichtum. Minutiös zeichnen seine Fotografien den Weg des Öls nach. Von der Förderung aus dem Boden über den Konsum in der motorisierten Zivilisation bis hin zu den gravierenden Konsequenzen in Endlagerung und Entsorgung. Von seinen großformatigen Fotografien geht eine beklemmende Faszination aus, die uns über die Folgen dieser so nutzbringenden wie zerstörerischen Kraft aus dem Boden nachdenken lässt.

Erst vor kurzem wurden einige Arbeiten aus der Serie “Oil” in der C/O Berlin gezeigt, eine Ausstellung, die bei Betreten des Ausstellungsraumes sofort ihre faszinierende Wirkung entfaltet hat. Eine Faszination, die nachdenken lässt.

all photos Edward Burtynsky, courtesy Nicholas Metivier, Toronto / Stefan Röpke, Köln.

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