Imantas Selenis: Die anti-utopische Stadt



Vor einiger Zeit haben wir euch den in London lebenden, litauischen Fotografen Imantas Selenis schon einmal vorgestellt. Schon die Serie “City Corners” drehte sich um den urbanen Raum als Erlebniswelt. Nun hat er uns Fotografien aus seiner neuen Reihe zukommen lassen.

“Gataka” ist ein Tribut an postapokalyptische Science Fiction-Filme, die sich mit den Kernproblemen der modernen Welt auseinandersetzten, Technokratie innerhalb der Gesellschaft, unaufhaltsame Industrialisierung, Umweltverschmutzung, kurzum Dinge, die zum moralischen Verfall der Menschheit und zur Zerstörung ihrer physischen Umgebung geführt haben. Megacities, Globalisierung und die technische Revolution sind die Faktoren, welche die künstliche Blase kreieren, in der sich die Menschheit zunehmen aufhält.

Darüber hinaus ist “Gataka” die Vision von einer anti-utopischen Stadt, die all das widerspiegelt, was ihr Schöpfer, der Mensch, in sich vereint. Scharfe Konturen, massive Konstrukte, symmetrische Formen- kalt, statisch, logisch. Auch das Model, das Imantas in diese Umwelt setzt, gleicht mehr einer Maschine als einem Menschen und erinnert ein wenig an Batmans Gegenspieler im aktuellen Film. Die Serie ist ein Experiment mit Struktur und Spiegelung, Täuschung und Fragmenten, das auch ohne interpretativen Hintergrund beeindrucken ist.

all images © Imantas Selenis

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