Erst vor Kurzem haben wir euch die brillante Camouflage-Art der niederländischen Künstlerin Desiree Palmen vorgestellt. Begeistert von dieser Art im urbanen Raum mittels farblicher und struktureller Anpassung an die Umgebung einfach zu verschwinden, haben wir weiter recherchiert und stießen auf diese kurze Dokumentation über den chinesischen Künstler Liu Bolin.
Das Prinzip seiner Arbeit ist dasselbe, die Wirkung dennoch verblüffend. Auch Bolin nutzt Tarnanzüge um mit seiner Umwelt zu verschmelzen und sich so dem Blick des Betrachters zu entziehen. Von einem Assistenten lässt er sich gemäß des jeweiligen Hintergrunds mit Farbe bemalen, ein Prozess, der stundenlange Geduld erfordert. Interessant: Liu Bolin hat eine Zeit lang auf der Straße gelebt. Die Erfahrung für seine Mitmenschen “unsichtbar zu sein” hat ihn für sein künstlerisches Schaffen inspiriert.
Gerade in einem Staat wie China, der von Kontrolle und kollektiver Überwachung geprägt ist, wird Camouflage für Bolin zur einzigen Möglichkeit, sich der staatlichen Repression zu entziehen. Ganz gemäß dem Motto: “Big brother can’t see me.”


