Skeptiker bezeichnen ihn als abstrakte Chimäre, als ein vom Kapitalismus geborenes Hirngespinst, seine Verfechter dagegen zelebrieren ihn als konkretes Ideal, nach dem zu streben sich lohnt. Die Rede ist vom “American Dream”, jener Idee, die die Mentalität der amerikanischen Gesellschaft der Neuzeit in einer Begrifflichkeit zusammenfasst. Der Ansatz ist einfach: Durch Selbstverantwortlichkeit, fleißige Hartnäckigkeit und harte Arbeit kann man es selbst vom Kaffeesatz der Gesellschaft bis zum ungeahnten finanziellen Wohlstand schaffen. “Vom Tellerwäscher zum Millionär” ist das Motto.
Voraussetzung für Erfolg und Aufstieg ist die Durchlässigkeit der sozialen Strukturen. Dieser Fakt ist auch der Grund, weshalb der Begriff bis heute einen steten Bedeutungswandel erfährt, proportional zur temporären wirtschaftlichen Verfassung der USA. Wo der “American Dream” bei seiner ersten Erwähnung 1931 noch die Option auf Erfolg und Wohlstand vorsah, wandelte sich diese Idee, gefördert durch finanzielle Hochzeiten und aggressive Werbung, zu einem Versprechen auf Wohlstand. Angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Probleme der USA in der jüngsten Vergangenheit, begannen die Menschen mehr und mehr zu zweifeln, ob dieses Motiv noch immer zeitgemäß ist.
Der russisch-stämmige Fotograf Pavel Prokopchik machte sich vor exakt einem Monat auf, dem Mysterium des Amerikanischen Traumes nachzugehen und zu prüfen, in wie weit diese Idee noch lebendig ist:
“I plan to travel across the USA trying to capture the essence of the American life today. I’d like to find out what “The American Dream” means to people in the USA today. The project I have in mind is one that will shape itself as it proceeds, and is essentially elastic, where unexpected meeting can easily deviate me from my original route.”
Seine Reise begann an der Ostküste, in der Stadt, in der die hoffnungsvollen Immigranten einst nach Amerika kamen, um sich dort ein neues Leben aufzubauen, New York, und führt ihn durch das ganze Land bis an die Westküste, das Tor zum Pazifik, San Francisco. Auf seinem Blog “Journey in search of the American Dream“, ein digitales und visuelles Tagebuch seiner Reise, dokumentiert er jede Station seines Weges mit eindrucksvollen Fotos und persönlichen Notizen. Mittlerweile hat er fast die Hälfte des Weges hinter sich, ist vor kurzem in Louisiana angekommen und hat teilweise sehr berührende Geschichten im Gepäck.
Das komplette Projekt entspringt Pavel’s Eigeninitiative und ist komplett selbst finanziert. Wer ihn jedoch gerne unterstützen möchte, kann dem Fotografen neben finanzieller Unterstützung mit Kauf eines seiner Bilder auch mit nützlichen Tips unter die Arme greifen.
Wir präsentieren euch eine Auswahl aus Bildern von seinen bisherigen Stationen New York, West Virginia, Williamson, Nashville, Memphis, Clarcksdale und New Orleans.
all images © Pavel Prokopchik 2012






















