Tjalf Sparnaay: Hyperrealistische Gemälde unserer modernen Essenskultur




Cola, Sandwich, Ketchup, Pommes frites. Es sind die Insignien unsere modernen Esskultur, die dem niederländischen Maler Tjalf Sparnaay zum Motiv dienen. Ohne irgendwelchen Interpretationsraum, ungeschönt, schlichtweg realistisch, bildet er die exponiert platzierten Speisen als Stillleben ab. Hyperrealistisch um genau zu sein. Eine globale Strömung der zeitgenössischen Kunst, die sich zum Ziel setzt, die Trennlinie zwischen Fotografie und Gemälde aufzulösen und durch zur Perfektion getriebene Präzision der Wirklichkeit Raum zu geben. Nichts neues, aber immer wieder faszinierend.

Auf der konstanten Suche nach Modellen, die noch niemand zuvor auf Leinwand gebannt hat, meist ganz schlichte und gewöhnliche Dinge, hält Sparnaay unserer Kultur den Spiegel vor. Dabei legt er es keineswegs auf einen Schockeffekt an, ganz im Gegenteil, seinen Motiven wohnt sogar eine unbezweifelbare Ästhetik inne.

Betrachtet man seine Werke, fällt vor allem die virtuose Farbgebung, die Berücksichtigung jeder noch so kleinen Lichtreflexion und die schier unfassbare Komposition der einzelnen Bilddetails. Nur um das an dieser Stelle nochmal klar zu stellen: Alle Bilder, die ihr hier sehen könnt, sind von einem Pinsel auf Leinwand aufgetragen worden.

Mit seiner Kunstfertigkeit, die er, wie sollte es auch anders sein, im Eigenstudium erlernt hat, zählt der 1954 in der niederländischen Stadt Haarlem geborene Künstler mittlerweile zu den bedeutendsten Vertretern des Megarealismus. Möchte man sich eines der appetitanregenden Gemälde in die Wohnung hängen muss man entsprechen tief in die Tasche greifen: Für ein Gemälde des Meisters legt man zwischen 10 und 45 000 Dollar auf den Tisch. Billiger kommt da ein Besuch in einer der zahlreichen Galerien, die seine Werke zur Schau stellen.

all images © Tjalf Sparnaay

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