
Seit Einführung des Geldes haben sich dessen Funktionen multipliziert. Vom reinen Zahlungsmittel, das einst den klassischen Tauschhandel ersetzte, zur Maßeinheit für Ansehen, Ruhm und Respekt. Angehäuftes Geld bedeutet Reichtum und macht annähernd alles erschwinglich, was innerhalb der materiellen Vorstellungskraft liegt. Geld bringt aber auch Verantwortung mit sich, sei es für sich selbst oder für andere. Eine Frage, die sich in diesem Kontext stellt, ist stets jene: Wie würde man einen plötzlichen Geldsegen verwenden?
Diese Idee treibt auch das wirklich ungewöhnliche Projekt “Wearelucky“. Hinter den Kulissen steht ein anonymer britischer Millionär, dessen Geschichte ebenso außerordentlich klingt, wie seine Lebensaufgabe: Auf einen Schlag kam er zu Geld, mehr Geld als er je brauchen würde. Also buchte er zunächst für schlappe 400 000 britische Pfund einen Flug ins Weltall. Als 421. Mensch, der diesen Entschluss gefasst hatte.
Als er seinen Freunden von seinem Coup erzählte, stimmten diese zwar überein, dass ein Flug ins All zweifelsohne spektakulär sei, aber beileibe nicht das, was sie erwartet hatten. Der Verlauf des Gesprächs steuerte nun unweigerlich auf oben genannte, unumgängliche Frage zu. Da er von den Ideen seiner Freunde hörte, die durchweg kreativer, großzügiger und verantwortungsvoller waren als seine eigene, erkannte er, welch egoistische und stumpfsinnige Motivation ihn angetrieben hatte.

Er versprach sich, zukünftig etwas mit seinem Reichtum zu vollbringen, dass nicht nur ihm selbst nützt und das Leben eines Menschen zu verändern in der Lage war. So kam “Wearelucky” ins Leben:
“That was how Wearelucky came about. I decided to pass on my good luck to others by giving away £1,000 every day. I planned to give the money to complete strangers – someone different every time – and all I’d ask is that they’d do something positive with the cash. I didn’t just want to share the money; I wanted to share the responsibility that came with it. I would take a few photos, ask a few questions and build a gallery of lucky people and stories.”
Seitdem versucht er jeden Tag Menschen zu finden, die sich des Geldes annehmen und etwas Gutes damit tun. Dabei sind den Glücklichen keine Grenzen gesetzt. Was gut ist, definiert jeder für sich selbst. Auf der Seite erzählen die Beschenkten ihre Geschichte und nehmen auch dazu Stellung, was sie im ersten Moment dachten, als sie das Angebot erhielten, 1000 Pfund ohne jegliche Verpflichtung zur freien Verfügung gestellt zu bekommen. Die Antworten sind so vielfältig wie erstaunlich.
Am Schluss die unumgängliche Frage: Gesetzt den Fall, Wearelucky würde euch auswählen, auf was würdet ihr die 1000 Scheine verwenden?
images © Wearelucky
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