

Benoît Maubrey versteht sich als Klangkünstler. Akustische Signale sind sein Medium der Kunst. 1952 als Sohn französischer Eltern in den USA geboren, kam er nach seinem Universitätsabschluss nach Berlin. Seit 1990 wohnt und arbeitet er nun abwechselnd im brandenburgischen Baitz und in der Hauptstadt. Seine Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die bloße Erzeugung von Klängen, auch das Ausgabemedium, der Lautsprecher, spielt eine maßgebliche Rolle in seinen Performances, Installationen und Skulpturen.
So gründete Maubrey die in Berlin ansässige Künstlergruppe “Die Audio Gruppe”, einen Verband von Gleichgesinnten, der “elektronische Kleidungsstücke” herstellt. Zu diesem Zweck integriert die Gruppe Lautsprecher und Verstärker in Kleider, Tutus, Anzüge oder Arbeitskleidung, um dadurch direkt vom lebenden Objekt mit ihrer Umwelt zu interagieren.
Seit 1982 entwirft der Künstler darüber hinaus elektroakustische Installationen und Skulpturen im öffentlichen Raum. Gefundene und wiederaufbereitete elektronische Geräte bilden hierbei die Grundlage für seine aufwendigen Konstruktionen, die meist antiken oder berühmten Bauwerken detailgetreu nachempfunden sind. Doch stets bezieht er den Betrachter in seine Werke mit ein, eröffnet ihm die Möglichkeit sich aktiv mit dem Gesehenen auseinander zu setzen.
Für die Ausstellung “Sound Art. Klang als Medium der Kunst“, die noch bis Januar 2013 im Medienmuseum Karlsruhe zu sehen sein wird, baute er aus 3000 ausrangierten Lautsprechern, 10 Verstärkern und 10 wiederhergestellten Radios den griechischen Tempel von Delphi unfassbar exakt nach. Dabei hielt er sich präzise an die Vorgaben der antiken griechischen Architektur, in der derartige Tempelbauten als “Tholos” bezeichnet werden. Typisch für jenen Baustil ist die konische Form des Tempels und sein kreisrundes Fundament. Um eine Analogie zwischen Antike und Moderne zu schaffen, griff er die Funktion des Tempels als Kommunikationsstätte mit den Göttern auf und übertrug ihn auch auf seine Skulptur. Wählt man eine bestimmte Handynummer, ist es möglich, sich ganz frei für 3 Minuten durch die Anlage auszudrücken. Ansonsten rauscht “White Noise” aus den Radios und Lautsprechern.
Auch andere Bauwerke, unter anderem ein Teil der Berliner Mauer dienten ihm schon als Vorlage für seine monumentalen Lautsprechergebäude. Seine Arbeiten sind Teil ständiger Ausstellungen und werden in spektakulären Performances präsentiert. Unten findet ihr eine Auswahl aus einer ganzen Reihe elektroakustischer Experimente.







all images © Benoît Maubrey
(via wlt)



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