
Heute startet die Dokumentation über einen der aufsehenerregendsten Künstler der Gegenwart in den deutschen Kinos. In “Ai WeiWei – Never Sorry” begleitet die Regisseurin Alison Klayman den Weg des chinesischen Künstlers Ai WeiWei zum politischen Aktivisten und zur persona non grata der chinesischen Staatsführung.
Seine Werke und öffentlichen Performances stellt er in den Dienst der Provokation, um auf die himmelschreiende Ungerechtigkeit und Freiheitsfeindlichkeit in seinem Heimatland hinzuweisen, ungeachtet der drohenden Konsequenzen und drakonischen Strafen. Dieser Mut zur unbequemen Stimme im chinesischen System hat ihm 2011 eine Inhaftierung mit anschließendem Hausarrest eingebracht.
Trotzdem setzte Ai WeiWei seinen Kampf um Meinungsfreiheit und gegen Justizwillkür unbeirrt fort. Über soziale Netzwerke und digitale Wege brachte er seine Botschaften in die Welt. Der Film erstellt eine Chronologie der Planung und Umsetzung seiner Arbeiten und das stetig schlechter werdende Verhältnis zu den chinesischen Obrigkeiten bis hin zu seiner Inhaftierung. Interessant ist hier: Zeitgleich mit dem Filmstart endet auch das Hausarrest gegen den Künstler.
Ai WeiWei, ein Künstler, der glaubt, “dass Kunst und menschliche Freiheit untrennbar miteinander verbunden sind”, wird sicher nicht müde, auf Missstände hinzuweisen, so lange bis er erreicht hat, was ihn antreibt. Aus hunderten Stunden Filmmaterial, die während der dreijährigen Dreharbeiten entstanden sind, wurde nicht nur ein intimer Einblick in das Privatleben des provokanten Künstlers geschaffen, sondern darüber hinaus noch ein detaillierter Report des chinesischen Kontrollapparats. Man mag von Ai WeiWei halten was man möchte, diese Dokumentation stellt in jedem Fall eine eindrucksvolle Perspektive auf den Künstler dar.
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