

Inwards and Onwards. In sich gekehrt und vorwärts drängend. Unter diesem Titel präsentiert die Berliner Galerie “Camera Work” eine Ausstellung des niederländischen Fotografen und Filmregisseurs Anton Corbijn. Die Kollektion beinhaltet eine umfassende Auswahl eindrucksvoller, großformatiger Portraitfotografien herausragender Persönlichkeiten aus Musik, Mode und bildender Kunst.
Anton Corbijn ist einer der wenigen, der von sich behaupten kann, beinahe jede schillernde Figur aus den schönen Künsten vor der Linse gehabt zu haben. Für die Crème de la Crème der internationalen Musikmagazine hat er unzählige Coverfotos geschossen, genauso wie er für die Albumgestaltung musikalischer Meilensteine verantwortlich zeichnete. Im Laufe seiner Karriere, die der 1955 geborenen Niederländer im Alter von 19 Jahren als freischaffender Fotograf begann, stellte er ein unvergleichliches Portfolio aus Fotografien von Musiklegenden wie Bruce Springsteen, Patti Smith und Tom Waits zusammen.
Da liegt die Idee nahe, einmal den Versuch zu wagen, die Genregrenzen zu überschreiten und sich als Regisseur von Musikvideos zu versuchen. Weil das so unfassbar gut funktionierte, hat er den Maßstab einfach um ein paar Nummern vergrößert und steht nun als Regisseur hinter Kinofilmen wie Control und The American. Weitere kinematographische Projekte stehen aus.
In seinen neuesten Fotografien richtet er den Fokus auf die modernen Inbilder künstlerischer Inspiration wie Damien Hirst oder Jeff Koons. Ausschließlich in Schwarz-Weiß fotografierend, reduziert er die Porträtierten durch die Belichtung mit natürlichem Licht, einem Setting in relativ schlichter Umgebung und der sanften Ästhetik seiner Hasselblad-Kamera. Nachbearbeitung oder künstliche Filter sind für ihn tabu.
Auch wenn sich einige Porträts wie jene von Damien Hirst oder Jeff Koons durch eine Verspieltheit auszeichnen, so versteht Anton Corbijn die Kamera als Mittel zum Zweck, die Persönlichkeit des Porträtierten zum Ausdruck zu bringen und die ehrliche Tiefe des Charakters jenseits jeglicher äußerlicher Inszenierung darstellen zu können.
Corbijns Zugang zu seinen Fotografien erschließt sich durch bildprägende Gestik und charakterliche Zeichnung. Das Verständnis seiner Kunst ist ein ganz eigenes: Wo Fotografien eigentlich abbilden, aufdecken oder enthüllen, gewährt er seinen Motiven ein Stück persönlicher Intimität, künstlerische Reflektion und intimer Innsichgekehrtheit.
Seit dem 19. April ist außerdem der Dokumentarfilm »anton corbijn inside out« in den Kinos zu sehen, ein beeindruckender Einblick in das Leben und Wirken des Fotografen und Regisseurs Anton Corbijn.
Die Ausstellung “Inwards and Onwards” läuft bereits seit dem 21.April in der Galerie Camera Work, Kantstraße 149, 10623 Berlin und wird noch bis zum 09.Juni ihre Pforten immer Dienstags bis Samstags von 11 bis 18 Uhr öffnen. Der Eintritt ist frei.




ist okay. Es gibt meiner Meinung nach spannendere die zwar weniger poppig sind aber künstlerisch mehr drauf haben – siehe Arnold Newman im C/O
Oder die dritte Option: Beide haben’s drauf