
Stumpfsinnige Zerstörungswut, jugendliche Gedankenlosigkeit, lästige Eigentumsbeschädigung. Die Gründe, die für die Entfernung von Streetartmotiven an ungenehmigten Orten angeführt werden, sind zahlreich. Das macht die Kunst an den Wänden zu einer sehr kurzlebigen Ausdrucksform.
Der Berliner Künstler Sweza möchte eben dieser Vergänglichkeit entgegen wirken. Nicht durch klassische Streetart-Fotografie und auch nicht durch reaktionäre Wiederherstellung entfernter Motive. Sein Ansatz schlägt eine Brücke zwischen virtuellem und urbanen Raum.
Mithilfe von QR-Codes, jener quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, welche decodiert auf URLs verweist, konserviert er die Werke. Er verteilt selbst angefertigte Plättchen mit den aufgedruckten Codes an Wänden, an denen vormals ein Graffiti oder Wallsticker angebracht war.
Wer sie findet und, unter Verwendung seines Handys, entschlüsselt, kann sehen, welches Kunstwerk dort die Wand zierte. So wird das Handy zur kleinen Zeitmaschine und eröffnet dem Betrachter ein Stückchen Vergangenheit.
Eine coole Idee, seine Musik unter die Leute zu bringen, hatte der Künstler außerdem: Er integriert QR-Codes in aufgeklebte Ghettoblaster und verlinkt diese mit einem youtube-Link zu seinen Tracks.
Auch für die, die schon immer mal hinter dauerhaft verschlossene Türen blicken wollten, hatte Sweza einen Einfall. Scannt man die Codes, die er an solchen Türen angebracht hat, kann man sehen, was sich dahinter verbirgt.
ARTE Creative hat den Künstler bei seinem Streifzug durch die Stadt begleitet und sich erklären lassen, wie das Ganze funktioniert.



Der war doch auch auf der diesjährigen re:publica und hat dort einen Vortrag gehalten. Sehr sympathisch, der Typ.
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