Konzeptkunst als Gruppentherapie: Interventionen von Katerina Šedá




Die Kunst der tschechischen Künstlerin Katerina Šedá unter einem Begriff zusammenzufassen, ist beinahe unmöglich. Wir versuchen’s trotzdem.

Ihre Herangehensweise setzt sich aus einer Mischung von konzeptioneller Kunst und Kunsttherapie zusammen. In ihren Arbeiten und öffentlichen Interventionen beteiligt sie außenstehende Individuen und ganze soziale Verbände als aktive Teilnehmer an gesellschaftlichen Experimenten, in denen die Beteiligten ihren präzisen Anweisungen auf das Genaueste Folge zu leisten haben.

Sie wendet sich in ihren Performances vor allem an benachteiligte oder abgeschiedene Gemeinschaften, die abseits moderner Entwicklungen am Rande der tschechischen Gesellschaft leben. Protagonisten ihrer vergangenen Arbeiten waren unter anderem die Bewohner eines postsozialistischen Dorfes in der tschechischen Provinz, ihre in Vereinsamung und Inaktivität versinkende Großmutter und die Bewohner einer typisch osteuropäischen Plattenbausiedlung im tschechischen Brno.

Die im Rahmen ihrer Projekte entstehenden Dokumente, Interviews, Grafiken und Zeichnungen werden zu dynamischen Installationen verarbeitet. So hat sie es schon auf die documenta 12 und auf die Biennalen in Berlin und Lyon geschafft.

2009 begann die Künstlerin eine mehrteilige Auseinandersetzung mit den verheerenden Auswirkungen, die der Neubau eines Hyundai-Werks im tschechischen Dorf Nošovice nach sich zieht. Dabei versucht die Künstlerin in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern eine neue lokale Tracht zu entwerfen, deren Hauptmotiv ein großes Loch inmitten einer Landschaft bildet.

Den vorerst letzten Teil dieser Arbeit mit dem Titel NO GO präsentiert die Berliner Galerie Arratia Beer vom 27. April bis zum 8. Juni 2012 am Mehringdamm 55. Besuchen könnt ihr die Ausstellung immer Dienstags bis Samstags von 12 bis 18 Uhr.

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