Also sprach Zarathustra – Eine Übermensch-Revue für Alle und Keinen von Patrick Wegenroth nach Friedrich Nietzsche:
Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden? Einst wart ihr Affen, und auch jetzt ist der Mensch mehr Affe, als irgendein Affe. Seht, ich lehre euch den Übermenschen.
Zu Beginn betritt der Regisseur Patrick Wengenroth aka Friedrich Nietzsche höchstpersönlich die Bühne und berichtet in Jogginghosen und mit Leiterwagen von seinen erfolglosen Versuchen über seinen Freund Rée um die Hand seiner Schülerin Salomé anzuhalten und seinen nachfolgenden Rückzug nach Rapallo, wo er den ersten Teil von “Also sprach Zarathustra” verfasste. Diesen ersten Teil wolle er nun den Zuschauern vortragen.
Mit Unterstützung von Richard Strauss Zarathustra Vertonung bzw. vielleicht besser bekannt als Eröffnungsthema von 2001 Space Odyssey fällt der goldene Vorhang und eröffnet den Blick auf einen Stein. Ebenen jenem Nitzsche-Stein bei Surlej im Oberengadin, der den Schriftstellen nach eigenen Angaben 1881 zur Grundkonzeption seines Werkes angeregt haben soll oder doch eher ein Berg als Symbol der übermenschlichen Aplenbesteigung/-bezwingung, Erklimmens der Weisheit u.a. ?
Die Revue beginnt. Protagonisten sind Friedrich himself und vier Charaktere, die mal als Affen, Dummerchen, Sachverständiger, Zeitreisender und andere mehr auftreten. Im Wechsel aus Monolog und Gesangseinlage persiflieren die Darsteller Zarathustras Aussagen zu den Tiefen des Menschen und den Höhen des Übermenschen. Lieder zur Treib- bzw. Triebjagd (Judo Jürgens), Freiheit (Westhagen) oder schlicht zur Tätigkeit des Fickens sind ebenso Bestandteil der Revue wie Einblicke eines Sachverständigen in die kriminellen Abgründe von Emotionen und Ehe.
Immer wieder versuchen die Darsteller den “Berg der Erkenntnis” zu erklimmen und als Übermensch uns Gleichnisse mit auf den Weg zu geben: so etwa von Vögeln und vom Menschen, dem einzigen Lebenwesen, welches beim Fliegen eine warme Mahlzeit verspeisen kann.
Das menschenkritische Hauptwerk von Nietzsche erhält dadurch nicht nur eine unterhaltsame Note, sondern regt den Betrachter umso mehr dazu an, über sein Menschsein einerseits und Idealbilder wie jene des Übermenschen und deren Erstrebbarkeit nachzudenken.
Weitere Infos unter schaubuehne.de
Fotos: Heiko Schäfer



würd ich nur allzu gern sehen
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