i-ref in Südtirol – Tag 3: Pfau ist das neue Schwarz


Ein sonnendurchflutetes Zimmer, der Geruch von Leder und absolute Ruhe. Zwei Brüder Anfang 30 sticken hier gemeinsam mit der halben Familie die wohl begehrtesten Trachtengürtel der Region. In Sarnthein, einem kleinen Tal zwischen Kuhweiden und Bauernhöfen, liegt die Federkielstickerei. Beigebracht vom Großvater, der wiederum das 300-400 Jahre alte Handwerk von einem Freund aus dem Dorf lernte um die Kunst später an seinen Sohn weiterzugeben, Johann Thaler.

Ein Gürtel des Familienbetriebes, der gerne zwischen 600 und 3000 Euro kosten kann, ist ein Statussymbol für jeden trendbewussten Trachtenträger. Und davon gibt es viele zwischen München und Mailand. Die Stickerei ist zeitweilen für 2 komplette Jahre ausgebucht, denn für einen der begehrten Trachtengürtel stecken bis zu 200 Arbeitsstunden.

Prinzipiell wird nicht von der Stange sondern nach Maß, Bestellung und auf Wunsch des Kunden verkauft. Natürlich per Hand – hier gibt es keine vorgefertigten Computerdrucke.

Besonderheit: Die Muster des Gürtels verzierten einige Monate vorher noch einen der schönsten Vögel überhaupt, den Pfau. Seine Federn, die er einmal im Jahr verliert, sind wertvoller und robuster als jede Seidenstickerei.

Wir waren beeindruckt von so viel Ruhe, Präzision und Leidenschaft fürs Detail. Danke für den kurzen Einblick ist dieses wunderbare Handwerk.

Weitere Infos, hier entlang.

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