‘Blut, Schweiss und T-Shirts’ – Brisante Textildoku



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Sechs junge Modejunkies aus England wollen hautnah erleben woher die Billigkleidung kommt, die sie in den Londoner Shops so gerne kaufen. So entschieden sich Tara, Marc, Georgina, Amrita, Stacey und Richard zu einem 4-wöchigen Trip nach Indien. Um wirklich zu verstehen, wie die Produktion von Textilien sich auf einem solch niederen preislichen Niveau bewegen kann, haben sie geplant die einzelnen Schritte der Herstellungskette bis zum Ursprung, dem Baumwollpflücken, zurückzuverfolgen und daran teilzuhaben.

Es ist mir eigentlich egal ob ein 3-jähriger oder ein 50-jähriger die Sachen genäht hat! (Amrita)

Schon in der ersten Woche, bereits nach den ersten Stunden um genau zu sein, zeigt sich, dass selbst die Arbeit in der höchstangesehenen Näherei einige der Teilnehmer an den Rande des Wahnsinns treibt. In den Fabriken herrscht ein harscher Ton, Disziplin ist das oberste Gebot. Für einen Tageslohn von weniger als 2 Euro muss im Akkord und mit höchster Präzision und den laut ratternden Maschinen gesessen werden. Fehler werden selbstverständlich nicht toleriert, denn wer hier Manschetten näht tut das nicht für irgendwen, sondern arbeitet für Textilriesen wie Calvin Klein und Zara. Amrita allerdings macht sich nicht besonders viel aus Disziplin und verlässt weinend ihren Arbeitsplatz. Die indischstämmige Londonerin kennt Indien, dachte sie zumindest. Denn diese Seite blieb ihr bisher verschlossen.

Die zweite Etappe ihrer Erfahrungsreise bringt die Sechs in Hinterhofschneidereien, wo weiterhin Akkord verlangt wird und sie zwischen den Maschinen mit den Arbeitern auf dem Boden schlafen. Trotz der miserablen Umstände, dem wenigen Platz und des ständig ausfallenden Generators werden auch hier keinerlei Patzer und unpräzises Schneidern toleriert, so müssen sie wieder und wieder Nähte auftrennen und geraten bald auch hier an ihre Grenzen. Besonders Richard kommt mit den sanitären Umständen und dem Abfall auf den Straßen die Galle hoch und er verschafft seinem Unbehagen in einem indischen Restaurant Ausdruck.

Es ist mir scheissegal wo meine Klamotten herkommen – es ist klar dass sie irgendwo genähnt werden müssen. Was ich bis jetzt gelernt habe ist, dass dieses gesamte Volk aus Vollidioten besteht, die zu blöd sind ihren Namen zu schreiben oder sich mit mir zu unterhalten. (Richard)

Ihre Reise führt sie weiter dorthin wo der Rohstoff für den Weltmarkt angebaut wird: die Baumwollplantagen. Hier werden zum Pflücken und Reinigen der Wolle eingeteilt. Die Arbeit hier ist bislang die anstrengendste und wird am geringsten entlohnt. Zum ersten Mal realisieren die Jungs und Mädels, dass viele Menschen in Indien dies als einzige Chance sehen ihre Familien zu ernähren. Meist fehlt das Geld für Schulbildung, daher ist es nicht unüblich, dass schon im Kindesalter mit der Arbeit begonnen wird.

Am Ende steht Mumbay auf dem Plan. Endstation der Reise und schlimmster der vier Teile. In ranzigen kleinen Stapelbetrieben, durch Leitern zugänglich, schweben Tausende kleiner Nähereien im größten Slum Asiens. Um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen müssen sie an Hundekadavern und Kloakenflüsschen vorbei, sich durch enge, verkotete Gassen pressen und sitzen an Arbeitsplätzen, wo ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Decke auf den Kopf zu fallen droht.

Marc, Tara, Georgina und Co. werden vielleicht zum letzten Mal billige Kleidungsstücke gekauft haben – zumindest ohne schlechtes Gewissen.

Hier gibt’s noch die restlichen Teile der Doku:

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3 Kommentare

  1. Super cool! – auch wenn vier Stunden echt ne ganz schön lange Zeit sind, aber es hat sich gelohnt. Nur die Einstellungen der Kids sind irgendwie teilweise fragwürdig, oder?

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