


Stressbewältigung? Fingernagelkauen 2.0? Wahn? Oder äußert sich hier lediglich übertriebenes autoaggressives Verhalten? Jedes Portrait von Tom Littleson zeigt einen Mann, circa Mitte zwanzig. Jedes dieses Gesichter weist Spuren von Blut auf, das im Kontrast zur fahlen Restcoloration regelrecht ins Auge springt. Die Züge der Männer sind kraftvoll, energetisch, laut. Es ist, als befreiten sie sich durch den Biss ins eigene Fleisch von einer lang angestauten, innewohnenden Pein – einem Laster, dessen sie längst überdrüssig waren.
Sinnig, wenn angenommen wird, dass Ursache des Schmerzes das eigene Unwohlsein ist, folglich die Zerstörung des Ursprunges stattzufinden hat. Durch das Vertilgen des eigenen Köprer scheint sich der Geist der Personen zu liberalisieren. Er nimmt die Mimik ein und verleiht sich für einen kurzen Moment Ausdruck und gewinnt Überhand über Ärger, Missmut, Frustration – aber auch das Denken. Alsbald jener der Kontrolllosigkeit gleichkommende Hauch der Zeit vorüber, besinnt sich der Geist, das Hirn wird eingeschalten, vernünftig gedacht – im besten Falle bereut. Alles vorüber. Nur der Schmerz, der an den Moment erinnert.
Tom Littleson A.K.A. Dilly. ist der Künstler, der Mann, der für diese Darstellungen verantwortlich ist. Seit dem Abschluss seines ‘Furniture Design’-Studienganges ist der junge Australier in Melbourne als Grafiker, Illustrator und Fotograf tätig.
Mehr zu Dilly erfahrt ihr über ihn in unserem reF-AQ.
all images © Dilly.
via beautiful/decay
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OMG! Pervers gut!