Barbie gone bad – Folter im Puppenhaus von Mariel Clayton

Was zu Beginn der 1960er als die wunderbarste Beziehung der Welt begann, hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Aufgrund einiger “Vorfälle” hat sich das Verhältnis von Barbie und ihrem Langzeitlebensabschnittsgefährten Ken umgekehrt – die zartrosafarbene Fassade bröckelt. Nach einer Trennung der beiden im Frühjahr 2004 und eines zweiten Versuchs die alte Flamme Mitte 2006 wieder aufleben zu lassen, schien alles perfekt in der heilen Plastikwelt. Doch das Glück hält nicht lange. Die wespentaillierte Schönheit hatte länger schon den Verdacht, dass ihr Partner Ken sie an einem lauen Sommerabend 2007 mit einem anderen Mann betrogen hat. Der Haussegen hängt schief, im Bett läuft es nicht mehr so wie zu Beginn der Liebesgeschichte.

Trotz gemeinsamer Kinder ergreift Barbie (mit bürgerlichem Namen Barbra Millicent Roberts) den Entschluss, der Sache ein blutiges Ende zu bereiten. Mit den gemeinsamen Kindern erwartet sie Ken (Ken Carson) in ihrem Apartment. Sie sieht bezaubernd aus, wie ein Engel. Ein entzückendes Lächeln lässt sie wie zart und verletzlich wirken. Das verbale Gerangel schaukelt sich auf, die Situation droht zu eskalieren.

Bei Barbie brennen die Sicherungen durch, sie greift zum Gewehr und richtet den Mann, mit dem sie so viele Jahre alles teilte, kaltschnäuzig hin. Mariel Clayton hat sich zur Aufgabe gemacht, nach diversen Puppenmorden, sämtliche der Tatorte unmittelbar zu fotografieren um die Brutalität im Bild festzuhalten, die Täterin sogar bei der Beseitigung des Humanabfalls zu begleiten.

Schon während der Beziehung hat Mariel es geschafft im Paparazzi-Style festzuhalten, was der Welt so lange von Mattel verschwiegen wurde: Die dunkle Seite der mächtigen Barbra Millicent Roberts.

I can’t explain how my mind works, or why these ideas come to it. […] Since I started working with dolls, I have grown more and more to appreciate what can be done with them, how the smallest gesture or placement seems to convey volumes. Also, I happen to think it’s a damn funny medium.

Brilliant umgesetzt, mit einer unglaublichen Liebe fürs Detail – Barbie wird böse. ENDLICH. Wir lieben es.

all images © Mariel Clayton

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