Monica Cook – Die neue Form von Genuss




In einer Welt, die jeden Tag stressiger wird, in der wir immer weniger Zeit für uns selbst und unser Wohlbefinden aufbringen können/dürfen, proklamiert Monica Cook (wie ironisch), einen visuellen Aufruf zur Genusskultur. Die Art und Weise der Einnahme von Lebensmitteln hat sich binnen der letzten Jahre von einem familiären Beisammensein stark gewandelt und ist heute nicht mehr was sie damals war. Wir essen schnell, wir essen ungesund. Cook fordert: Kein Fast – sondern Slow Food, kein Junk – sondern Soul Food, Zeit mit dem Essen verbringen. Nicht nur mit der Handlung, sondern auch mit den Speisen als solche. Ihre Werke, die wie Fotografien, unglaublich real wirken, sind mit einer Präzision gezeichnet, sodass keine einzelnen Pinselstriche zu erkennen sind.

Monica Cook nimmt uns mit in einem Moment der Intimität, sie zeigt ihre Darsteller in einer Art Ekstase, einer Verschmelzung des Selbst mit der Nahrung, sie geben sich ihr hin, verlustieren sich daran und erfahren sie am und im eigenen Leibe. Sie wird in ihrer Existenz genossen, zweckentfremdet. Aus einer Maßnahme, die überlebensnotwendig ist, wird ein Fest. Das Unausweichliche wird wieder zelebriert. Ihre Gemälde erinnern teilweise an exzessive Gelage, wie wir sie aus dem alten Rom oder von berüsteten Rittern an mittelalterlichen Tafelrunden mit vollbusig-rubenesquen Dirnen kennen.

Die meisten der Stücke sind entkontextualisiert, finden vor neutralen, nicht zuordenbaren Kulissen statt. Der Hintergrund ist weiß, das Modell ist unbekleidet, befreit, von allem was Sozialisationsstrukturen schaffen könnte und die Einbettung in einen spezifischen kulturellen Kontext ermöglichen würde. Der Umgang mit Fisch, Fleisch und Frucht ist sinnlich und sinnig. Eine Erinnerung daran, uns auch mal gehen zu lassen.

Guten Appetit beim nächsten Ma(h)l.

all images © Monica Cook

via itspublique

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