

Two Men erzählt die Geschichte von zwei Männern die laufen. Miteinander? Weg von einander? Hinter einander her?
Der Australier Dominic Allen führte Regie, hinter der Linse stand Joel Betts. Gedreht wurde in der Wüste des fünften Kontinents in einer Kleinstadt namens Fitzroy Crossing. Der Kurzfilm räumte bereits eine Vielzahl von Awards ab und wurde auf namhaften internationalen Filmfestspielen wie New York, London, Prag und Sydney vorgeführt.
Two Men proves that the simplest scenario can provide the perfect premise for conveying the most profound insights. But (Allen’s) key achievement is to understand that even the largest ideas are best told with brevity and the most serious with humour. (Melbourne Intl. Film Festival)
Basierend auf Franz Kafkas Kurzgeschichte “Die Vorüberlaufenden” thematisiert der Film bildlich das dort Beschriebene. Die Handlung beschränkt sich auf das Unwissen, das einen Außenstehenden bei der Beobachtung und Einschätzung von Situationen plagt, an denen er nicht aktiv teilnimmt. Man wird vor die Entscheidung gestellt, wem man glaubt, wen man verdächtigt, wie die Impulse im Hirn verarbeitet werden. Weder noch, genau. Können wir uns wirklich ein Urteil bilden?
Diese Frage kann und möchte der Regisseur von “Two Men” nicht beantworten und weist darauf hin, dass man besser zweimal nachdenkt, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Ein philosophischer Gedankengang, ein Wettlauf zweier Männer. Ein philosophischer Wettlauf zweier Gedanken in den Köpfen des Betrachtenden?
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Wenn man in der Nacht durch eine Gasse spazieren geht, und ein Mann, von weitem schon sichtbar — denn die Gasse vor uns steigt an und es ist Vollmond -, uns entgegenläuft, so werden wir ihn nicht aufpacken, selbst wenn er schwach und zerlumpt ist, selbst wenn jemand hinter ihm läuft und schreit, sondern wir werden ihn weiterlaufen lassen.
Denn es ist Nacht, und wir können nicht dafür, daß die Gasse im Vollmond vor uns aufsteigt, und überdies, vielleicht haben diese zwei die Hetze zu ihrer Unterhaltung veranstaltet, vielleicht verfolgen beide einen dritten, vielleicht wird der erste unschuldig verfolgt, vielleicht will der zweite morden, und wir würden Mitschuldige des Mordes, vielleicht wissen die zwei nichts voneinander, und es läuft nur jeder auf eigene Verantwortung in sein Bett, vielleicht sind es Nachtwandler, vielleicht hat der erste Waffen.
Und endlich, dürfen wir nicht müde sein, haben wir nicht so viel Wein getrunken? Wir sind froh, daß wir auch den zweiten nicht mehr sehn.


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