

Zum dritten Male verlieh CNN am 25. November 2010 den Award für den “Hero of the Year“. Im Rahmen eines großangelegten Aufrufes über Facebook, sollten im Vorhinein schon Spenden für die Helden gesammelt werden. Dotiert ist der Gewinn mit umgerechnet €95.000. Nominiert werden Menschen aus der Bevölkerung; von der Bevölkerung. Wie auch in den vorangegangenen Jahren wurden jeweils zehn ganz besondere Helden ausgewählt, deren Geschichte näher beleuchtet wurde, deren Schaffen in der Öffentlichkeit Gehör finden sollte. Heute lernen wir eine Frau kennen, die Menschen helfen möchte, die ihr Schicksal teilen – vom eigenen Vater vergewaltigt worden zu sein.
Wynona Ward hat im Alter von 48 Jahren ihren Abschluss in Jura gemacht. Für viele reichlich spät. Doch besser spät als nie. Die Menschen, denen sie nun damit helfen kann, sind dankbar. In der Abgeschiedenheit des recht weitläufigen und ländlichen US Bundesstaates Vermont gelten unglaublich rückschrittliche Konventionen. Hier sei es “an der Tagesordnung” dass Vergewaltigungen im familiären Umfeld stattfinden.
Als sie ein kleines Kind war, wurde Wynona von ihrem Vater vergewaltigt und verprügelt, ebenso ihre Geschwister. “Die Nachbarn haben sich nur weggedreht”, sagt die US Amerikanerin.
Wie ihr damals, so ergeht es heutzutage noch vielen Kindern hier. Sie leben alleine mit ihren Eltern (und Geschwistern) auf Farmen, in Landhäusern oder einfachen Hütten. Irgendwo, im Nirgendwo. Keiner, der die verzweifelten Schreie der wehrlosen Opfer wahrnehmen könnte.
Deshalb zieht Wynona von Haus zu Haus um den Leidtragenden zur Seite zu stehen, die meist nicht mal Auto, Führerschein oder Telefonanschluss haben um sich anderweitig Hilfe zu holen. Sie ist ein Engel. Auf Rädern.


