Around The World: Station 20 – Kia Ora im Land des Kiwi

Land: Neuseeland

Ort: Auckland

Als Maskottchen haben die Neuseeländer einen unscheinbaren, tarnfarbenen Nachtvogel, der weder fliegen noch singen kann. In Sachen Naturschönheiten sind sie jedoch weit weniger bescheiden und bieten das weltweit Beste. Tiefe, stille Fjorde, hochalpine Schneeriesen, Weinberge, subtropische Palmen, Halbwüsten, Vulkane und den größten Süßwassersee auf der südlichen Halbkugel. Nord- und Südinsel besitzen die weltweit größte Dichte unterschiedlichster Landschaftswunder – und das auf einer Fläche, die ein viertel kleiner als Deutschland ist. Das erste Mal Neuseeland lässt also Erinnerungen an die eigene europäische Heimat aufkeimen und versüßt diese mit seinem ganz eigenen Etwas von Pazifik und Afrika.

Die ersten Menschen auf diesem unglaublich grünen abgeschiedenen Inselduett waren die Maori, 1769 betrat James Cook als erster Europäer neuseeländischen Boden und am 15 Februar 2019 taten wir es unseren Vorgängern gleich und kommen seit dem aus dem Fernweh nicht mehr raus. Neben meiner menschlichen habe ich nun auch meine landschaftlich große Liebe gefunden.

Wir haben also das rote gegen das grüne Kleid getauscht und holen nach knapp 2 Tagen Auckland den lila-grünen Campervan am Flughafen ab. Der Autovermieter zeigt uns auf einer gebückten Tour durch das Fahrzeuginnere die verborgenen Geheimfächer und wichtigen Stauraum. Das erste Mal Linksverkehr und es funktioniert nach anfänglicher Kopfpanik ziemlich gut und vor allem einfach. Bei gerade mal 4 Millionen Einwohnern fahren wir die einsamen Wege mit offenem Mund und müssen uns gegenseitig kneifen um zu realisieren, dass das hier echt und nicht nur eine TV-Doku ist. Die Frontscheibe unseres Vans wird zum Bildschirm. Wenn sich hier zwei Menschen treffen, dann bleiben sie mitten auf der Straße stehen – es ist einfach zu unwahrscheinlich, dass ein Dritter vorbeikommt uns vorbei möchte.

Die Route haben wir grob festgelegt, so dass wir zwar einige Zeitfenster einhalten, aber auch noch genügend Freiraum für kleinere Zwischenstopps haben. Gerade als wir von unserer ersten Fahrt und den zahllosen Eindrücken müde werden, finden wir den perfekten Campingplatz direkt am Meer und obwohl es regnet hält uns nichts mehr im Wagen und wir fühlen das erste Mal die Naturgewalten Neuseelands direkt am eigenen Körper.

Die Schönheit hält hier einfach keinen Sicherheitsabstand.

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