“Nur ein Spiel” – Doku über Fantasyrollenspiele




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Was Menschen in ihrer Freizeit treiben, will bekanntlich niemanden wissen. Schon gar nicht, wenn das Hobby nicht Yoga oder Reiten heißt, sondern seit Jahren ein mit Schmunzeln und Stirnrunzeln betrachteter Lebensstil ist, der zum Inhalt großer Mediendebatten avancierte. Doch Michael Schilhansl, der Regisseur der Dokumentation “Nur ein Spiel” findet, es sei an der Zeit genau damit aufzuhören und beleuchtet in seinem 1-stündigen Film ein stigmatisiertes Hobby: Fantasyrollenspiele.

Ohne vor- und beurteilende Klischees der süchtigen Gamer oder fanatischen Amokläufer zu bedienen, erklärt der Film der breiten Masse die Faszination von Rollenspielern aus der on- und offline Welt. Tischrollenspieler, Computerrollenspieler, Onlinerollenspieler und Live Action Rollenspieler (LARP) kommen zu Wort und werden mit der Kamera in ihre konstruierte Wirklichkeit begleitet. Sie öffnen sich und lassen den Zuschauer herein in eine Welt, in der die reale Identität an der Türschwelle abgegeben wird, um so zu sein, wie man möchte – zumindest am Wochenende.

“Nur ein Spiel” ist eine Dokumentation über “ganz normale” Menschen, mit blühender Fantasie statt wuchernder Aggressivität, und hellem Verstand, statt drohender psychischer Störung. Leider wurde genau aus diesen Gründen die Ausstrahlung im deutschen Fernsehen abgelehnt. Schilhans sagt selber:

Als ich vor ein paar Jahren die ersten Ideen für den Film hatte, begab ich mich brav zu Vorgesprächen mit Fernsehredakteuren. Die Gespräche verliefen abgekürzt immer so: “Ah sie wollen was über Computerspieler machen. Wollen sie es mehr unter dem Suchtaspekt betrachten, oder mehr unter dem Gewaltaspekt?” – “Ähm – Nein, ich wollte die zunehmende Popularität und Faszination des Spielens erklären.” “Achso, also, wenn das nicht unter dem Thema Amok oder Sucht läuft, weiß ich nicht, ob das wer sehen will.”

Nach einiger Zeit beschloß ich den Film selbst zu produzieren. Mit dem fertigen Film bin ich dann zu etlichen Fernsehsendern gegangen. Die Dialoge verliefen dann meist so: “Ah – Computerspiele. Da machen wir gerade eine eigene Produktion. Die zeigt (Sender X) die Suchtgefahren der neuen Medien, oder (Sender Y), wie Computerspiele die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen erhöhen…Experten…Verwahrlosung…AMOK!!!”

Leider bleibt deshalb Oma Erna im Musikantenstadelsumpf stecken und wird beim Wort Computerspiele weiterhin Herzflimmern bekommen oder an Kinderpornographie denken.

Menschen die durch das Internet sowieso schon gefährdet sind, können sich dafür meinen Film hier angucken (…). - (Quelle: Facebook Fansite)

Mehr Infos zum Film gibts hier.

via polkarobot

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