Trapped in Mirrors oder Spieglein, Spieglein…




 

 

 

Manch kurzer morgendlicher Blick in den Spiegel verrät uns oft mehr als tausend Worte über die Geschehnisse / Dauer der vergangenen Nacht. Ahnend welch „Gestalt“ uns dort entgegen blickt, suchen wir doch zielstrebig mehrmals am Tag unser gespiegeltes Selbst auf, einerlei welch Anblick uns dort erwarten könnte. Ein zwiespältiges Verhältnis von Eitelkeit und Narzissmus bis hin zur Selbsterkenntnis und unverfälschter Wahrheit verbindet uns mit der gespiegelten Welt. Der bekannte italienische Künstler Michelangelo Pistoletto macht sich dies Verhalten wissentlich zu Nutze, wie man in seiner aktuellen Ausstellung im Philadelphia Museum of Art sehen kann.

Nicht grundlos wird Pistoletto als Hauptvertreter der italienischen Bewegung von bildenden Künstlern, der Arte Povera (ital. Arme Kunst), benannt, denn wie kein Zweiter hält er den Besuchern ihr eigens Spiegelbild vor. Durch seine charmante künstlerische Gestaltung an und auf den Spiegelflächen verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Für den Besucher, willentlich oder nicht, findet eine Reflexion nicht nur auf physischer Ebene statt. Ob als Letzter einer Warteschlange, Gefängnisinsasse wider Willen oder unter (einer) roten Fahne: Die Betrachter werden zu Darstellern und die gespiegelte Welt zu Ihrer Bühne. Ganz „Wie es euch gefällt“ würde wohl Shakespeare dazu sagen.

via My Modernmet

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