Dass für Zartbesaitete nicht jede Präparation so schockierend wirken muss wie die umstrittene Körperwelten-Ausstellung, beweist der Norweger Simen Johan, unter anderem in seinem Beitrag zur „Dead or Alive“-Ausstellung im Museum of Art and Design, New York.
Das verstaubte und recht bizarre Bild von Tierpräparationen wird in seinen Skulpturen und Installationen fast zärtlich begradigt und doch warnend und phantasievoll in den Mittelpunkt gerückt. Bevor Tierschützer und Greenpeace-Aktivisten gleich aufschreien: Aus einst organischen Präparationen oder deren Überreste wie Federn, Knochen und Fellen, wurden durch aufwendige Wiederaufbereitungsarbeiten atemberaubende Mahnmale geschaffen. Über 30 internationale Künstler verschrieben sich übrigens für diese Ausstellung der schönen Vergänglichkeit unseres (noch!) grünen Planeten.
Simen Johan kann dazu noch mehr als Totes wieder zum Leben zu erwecken. Er fotografiert. Durch digitale Nachbearbeitung und realen Motiven entstehen bezaubernde, unwirklich schöne Bilder, die seit 1994 einen Hauptbestandteil seiner Arbeit ausmachen. Der zentrale Gegenstand ist dabei immer: die Natur, das Tier und der Mensch.
Viele von Johans Werken stimmen auf anrührende Weise nachdenklich und machen unverkennbar klar, dass die drängenden und unerschöpflichen Themen Tier- und Artenschutz wenigstens eine harmonische Koexistenz mit der Kunst führen können.
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