

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie Berlin ist es an der Zeit, einen fast vergessenen Liebling vorzustellen. “Exactitudes” von Ari Versluis und Ellie Uyttenbroek ist ein langjähriges Fotoprojekt, das im Jahre 1994 begann, bis Heute andauert und nun unter dem Motto “streeple” (streetpeople) in Berlin ausgestellt wird. Die beiden Rotterdamer Fotografen fingen unzählige Menschen mit der Kamera ein, die sie auf den Straßen Europas, Südamerikas und Asiens trafen, und ordneten sie danach einer ganz bestimmten sozialen Gruppen zu.
Durch gleiche Posen und das immer gleiche Setting ist die Arbeit ein quasi wissenschaftlicher Katalog auf die anthropologischen Sicht menschlicher Gruppenidentitäten. Ob Obdachloser (“Vagabond”), Kids mit bunten Comic-Pullis (“Game Boys”), Skinheads oder muslimischen Mädchen mit Kopftüchern (“Allah’s Girls”) – mal sind sie Teil einer Subkultur, mal nicht. Aber immer haben sie eines gemeinsam: sie teilen einen strengen Dresscode.
Der Name “Exactitudes” ist eine Kontraktion aus “exact” und “attitude” und hält deutlichden vor Augen, wie sich der Mensch uniformiert – egal ob 1994 oder 2010. Sämtliche Fotografien findet ihr auf der Website zum Projekt, dazu gibt es amüsante Erklärungen und Titel, für die ihr allerdings eine Menge Zeit mitbringen müsst. Denn in 16 Jahren haben sich so einige interessante Trends, Subkulturen und Vorlieben heraus stellen lassen.
Dieses und weitere tolle Projekte findet ihr noch bis zum 14. November im Kunstraum Richard Sorge. Einen Überblick über den gesamten Monat der Fotografie Berlin findet ihr hier.
Photographer Ari Versluis and profiler Ellie Uyttenbroek have worked together since October 1994. Inspired by a shared interest in the striking dress codes of various social groups, they have systematically documented numerous identities over the last 16 years. Rotterdam’s heterogeneous, multicultural street scene remains a major source of inspiration for Ari Versluis and Ellie Uyttenbroek, although since 1998 they have also worked in many cities abroad.
They call their series Exactitudes: a contraction of exact and attitude. By registering their subjects in an identical framework, with similar poses and a strictly observed dress code, Versluis and Uyttenbroek provide an almost scientific, anthropological record of people’s attempts to distinguish themselves from others by assuming a group identity. The apparent contradiction between individuality and uniformity is, however, taken to such extremes in their arresting objective-looking photographic viewpoint and stylistic analysis that the artistic aspect clearly dominates the purely documentary element.

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