Das Chemie und Kunst gut harmonieren, zeigt Künstler Jean Shin. Jedoch wichtig: Es gilt die nötige Balance zu halten. Denn in diesem Projekt dienen tausende kleine Pillen- und Arzneimitteldöschen als Werkstoff für die Tropfsteinähnlichen Installationen.
Jean Shin arbeitete vier Jahre daran, sein recyceltes Werk mit dem passenden Namen “Chemical Balance” fertig zu stellen. Dazu sammelte er die, für die USA so typischen, orangefarbenen Döschen in Seniorenheimen, Apotheken und privaten Medizinschränken.
Was nun aussieht, wie ein witziges Kunstprojekt eines motivierten Abfallsammlers, ist in diesem Falle eine kritische Auseinandersetzung mit dem übermäßigen Gebrauch von Medikamenten und Präparaten in der westlichen Welt.
Besonders die Amerikaner sollen sich mit diesem Balanceakt angesprochen fühlen. Immerhin sind sie die Meister der Vitaminpillen, Antidepressiva, ADHS und Schmerztabletten.
Chemical Balance speaks to our culture’s over-consumption of prescription drugs and our bodies’ dependency on these medications. The piece acts like a group portrait, mapping our society’s chemical intake. The illuminated structures radiate with an intense orange glow, suggesting that issues of health reach far beyond the physical.
Abfall in wahre Schätze zu verwandeln ist zu Shins Markenzeichen geworden. Er war es, der beispielsweise 2007 die gefeierte Soundwave aus alten Schallplatten kreierte oder 2008 aus zerbrochenen koreanischen Porzellan wundervolle Wändmosaike zauberte. Ein Blick auf sein beeindruckendes Portfolio schluckt Zeit, doch es lohnt sich.
Sein neuestes Projekt “Unlocking” wird derzeit im Scottsdale Museum für moderne Kunst ausgestellt. Mehr Infos dazu findet ihr hier.
via 360illusion
