Wenn Graffiti lebendig wird – Alexandre Orion



 

 

Von der üblichen Definition des Graffitis sind die Arbeiten dieses Herren weit entfernt. Keine dicken Lettern, keine bunte Schrift, nicht mal eine Signatur findet man unter seiner Wandbemalung. Denn Alexandre Orion erschafft ganze besondere Streetart: er verbindet Graffiti mit Fotografie und lässt dabei Passanten zu einem Teil seiner Kunst werden.

Das Projekt mit dem Namen “Metabiotics – Urban Intervention followed by Photographic Recording” aus dem Jahre 2001 besteht aus mehreren Etappen: Zunächst sucht sich der Brasilianer eine geeignete Wand, die mit einem Motiv aus Latexfarbe versehen wird. Dann wartet er geduldig auf Interaktion, auf den richtigen Moment, in dem vorbeiziehenden Menschen vor seiner Linse mit den Bildern verschmelzen.

“I love the waiting, waiting for that exact moment, it’s the best part. For me, it is a very spiritual moment. (…) I know what I think the final photograph will look like before I paint the stencil, but it always turns out better than I think, if this were staged and I was the director, I could never get it that good.” – SF Gate

Der aus Sao Poalo stammende Orion zählt zu den Altmeistern der Szene. Bereits mit 14 Jahren sprühte er die ersten Bilder an die Wände einer Stadt, die das New York der 80er erblassen lassen. Die brasilianische Metropole Sao Paolo gilt als “Schrein für Graffiti” und Streetart. Also kein Wunder, dass Alexandre als Vorreiter in Sachen sozialkritischer Straßenkunst gilt. Wohlmöglich war und ist er auch Inspirationsquelle für die großen Namen von Heute.

Bekannt ist der Brasilianer außerdem durch das Reverse Graffiti mit dem Titel “Ossario“, indem er 2007 die Wand des Autotunnels Max Feffer in seiner Heimatstadt so polierte und reinigte, dass dabei eine Art Negativ aus duzenden Totenköpfe entstand – ein Mahnmal an Autofahrer. Das Projekt stand unter dem Motto “Art, less pollution!”.

Mehr vom Ausnahmekünstler Alexandre Orion findet ihr hier.

[youtube JwsBBIIXT0E]

via yayeveryday

1 Kommentar

  1. genau… alexandre orion fegt zwar momentan wieder über jeden blog, ist aber schon ein alter hut. gott sei dank hat das mal jemand erkannt. schöner, ausführlicher post.

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