

Welcher kleine Junge hatte nicht schon immer den Traum von einem Baumhaus. Hoch in den Wipfeln ein Eigenheim – und das so ganz ohne Bausparvertrag! Ein Gefühl der Freiheit mitten in der Natur. Doch in 90 Prozent der Fälle kommt es anders: Die ersten eigenen vier Wände bekommen die Menschen nicht als kleiner Junge in der Baumkrone, sondern mit 35 im Vorort einer Großstadt. Wo vorher einmal Eichen standen, werden dann Fertighäuser aus Pressholz hingestellt. Ohne eine Erinnerung zu haben, wie es an Ort und Stelle vorher aussah. Geschweige denn, aus welchem Holz die „Abpack-Bauten“ erschaffen wurden.
Gegen diesen Trend handeln drei spanische Architekten. Carmina Casajuana, Beatriz G. Casares und Marcos González wollen mit ihrem Unternehmen „MYCC“ Architektur und Ökologie vereinigen. Beispielhaft erscheint ihr Projekt „Cedeira House“. Ein Holzhaus in einem spanischen Waldgebiet? Da bekommt der alte Spruch „Back to the roots“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Doch dahinter steckt mehr als vermutet. Die Erbauer vergessen weder die Quelle ihres Schaffens, noch den Standort. Der Baum als Thema steht hier im Vordergrund. Seine Allgegenwärtigkeit wird selbst nachts hervorgehoben, denn anders als die kahlen Wände werden die Baummuster beleuchtet.
Eine schöne Geste der drei Iberer. Fraglich ist nur der Preis des Öko-Wunders, denn der ist noch nicht bekannt. Eins dürfte aber klar sein, das Zusammenspiel von Hausbau-Industrie und Natur-pur wird es sicher nicht zum Nulltarif geben. So ganz ohne Bausparvertrag gibt es also auch kein Baumhaus.
via spaceinvading


