REFlection: Kostas Murkudis




Kostas. 50. Berlin. Designer.

Designer Kostas Murkudis wurde in Dresden geboren und lebt heute in Berlin. Studierte zunächst 2 Jahre Chemie in der Hauptstadt bevor er an den Lette Verein School of Fashion wechselte. Nach seinem Abschluss abeitete er bei Wolfgang Joop und später 7 Jahre für Helmut Lang.

Der Sohn griechischer Eltern kam als Jugendlicher aus der DDR nach Westdeutschland und warf sich in die Popkultur. Punk wurde er nie – dazu fehlte der Mut. Doch faszinierte ihn diese unzivilisierte Kombination aus freien Gefühlen und Entlegenheit. Er beobachtete und ließ sich treiben: Ferner wurde aus Ergriffenheit Zwanglosigkeit und lieferte Murkudis genügend Inspiration für seine erste Kollektion.

Seither zieht sich das vermeintlich Disparate, wie ein roter Faden durch seine Arbeit: Gegensätzliche, unvereinbare Stoffe und Materialien treffen sich, werden aufeinander gelegt und explodieren in immer neuen Kreationen – Naht an Naht. Es ist mehr als Nadel und Faden, es ist Kommunikation. So nutzt der Designer das Entwerfen von Mode als umfassende Möglichkeit sich mitzuteilen und erzählt von Charakteren, Reisen und bewegenden Momenten, die sein Leben geprägt haben, und stellt vor allem eines in Aussicht: Die Freiheit der Dinge.

Ich glaube nicht an feste Formen. Ich glaube an fließende Formen. Ich habe zu oft erlebt, dass Dinge, die man gerne festhalten möchte, nicht festhalten kann, weil sie nicht festzuhalten sind.

Mode, wie die vom Murkudis, definiert die Wertigkeit hiesiger Designs täglich neu und trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, das Niveau und die Reichweite nationaler Modedesigner auch international zu platzieren.

Folgend seine Anworten. Vielen Dank Kostas.



1. Was bedeutet „TUN“ in deiner Welt?

Organisieren, Motivieren und Erklären und dabei leider zu wenig Zeit mit dem eigentlich geliebten Suchen und Gestalten verbringen.

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2. Was „NICHTS TUN“?

Vielleicht ein Ausflug zum See, schwimmen, Freunde treffen.

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DEINE ARBEIT



1. Alles fing damit an, als ich …

mich ertappte, nicht für mein Chemiestudium zu lernen, sondern mich lieber mit Freunden zu treffen, die zeichneten, malten und tatsächlich Kunst studierten – das wollte ich auch und tat es in meiner Freizeit mehr als alles andere.

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2. Mein Job ist für mich …

…der Moment, wo ich mich selbst verlieren kann, aber gleichzeitig auch am besten ausdrücken kann, wie Adrenalin.

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3. Heute sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag bei mir folgendermaßen aus:

Um 10 Uhr beginne ich mit meinen Mitarbeitern, die nächsten Aufgaben zu besprechen. Danach startet der umfassende organisatorische Teil meiner Arbeit. Es folgt eine kleine Mittagspause oder auch eine Verabredung mit einem Journalisten oder eine Besprechung für ein Sideprojekt, die manchmal ungeahnte Dimensionen annehmen und dann in den Nachmittag fallen. Nach einer Lagebesprechung und Diskussion mit dem Team setze ich mich dann gegen Abend selbst an den Tisch zum Zeichnen und Entwickeln neuer Ideen.

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4. Den größten Einfluss auf mein Schaffen hat/haben …

meine unentwegte Neugier.

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5. Mein aktuelles Projekt trägt den Namen:

MMK – neben vielen kleineren anderen Projekten. Nicht zu vergessen ist natürlich die aktuelle Kollektion für den Sommer 2011.

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6. Hierbei geht es um …

… eine Austellung in Frankfurt im Museum für moderne Kunst.

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DEIN LEBEN



1. Das bin ich geworden:

Ein Gestalter.

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2. Das wollten meine Eltern immer:

Ich hätte Arzt werden sollen.

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3. Das habe ich mir einfacher vorgestellt:

Da gibt es eigentlich nicht wirklich etwas.

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4. Und das schwieriger:

… mit Menschen zusammenzutreffen, die ich bewundere, und sogar die Gelegenheit zu bekommen, mit ihnen zu arbeiten.

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Wie lautet deine Frage?

Oh – diese behalte ich doch lieber für mich…




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3 Kommentare

  1. Großartig!!!!!!! Ich liebe seine Kleidung. Und hier kann ich nur zustimmen:

    “Mode, wie die vom Murkudis, definiert die Wertigkeit hiesiger Designs täglich neu und trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, das Niveau und die Reichweite nationaler Modedesigner auch international zu platzieren.”

    Er zählt tatsächlich zu den wenigen deutschen Designern, die auch international erfolgreich sind.

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