Hong Kong – eine Insel zwischen Platzangst und Shoppingwahn

Land: China

Ort: Hong Kong – Kowloon

Kaum in Hong Kong gelandet mussten wir an einer zweiten Grippeprüfung teilnehmen und hatte im Anschluss diesmal keinerlei Probleme den Bus Richtung Innenstadt zu finden. Mit jedem Meter den wir uns vom Flughafen entfernten schien es tropischer und somit auch grüner zu werden – dies sollte sich jedoch bald ändern. Kaum erreichten wir die Stadtgrenzen erstrahlte die Stadt in einer Mischung aus uralt Werbeleuchten und abbruchreifen Hochhäusern. Als wir vor unserem Hostel standen, wollte ich gleich wieder umdrehen. Ich leide eigentlich nicht an Platzangst, aber das war zu viel. Ein Klotz von Haus, windschief, 15 Stockwerke hoch und gefühlte hundert Meter tief.

Ab durch die Mitte trifft den ersten Einstieg in dieses Monster ziemlich gut. Mit sämtlichen alltagswichtigen Konsumgütern inkl. Waschsalon, Internetcafé und Friseur im Erdgeschoss braucht man dieses Ungetüm zum überleben nicht einmal mehr verlassen. Wir mussten fünf Fahrstühle passieren bevor wir Nummer 6 erreichten, der uns laut Beschreibung in den 14. Stock zu unserem Hosteleingang bringen sollte. Das Problem: eine unendlich lange Schlange davor, die uns Zeit genug dafür lies, die beengten Verhältnisse genauer zu studieren. Denn ss sollte noch eine Weile dauern bevor wir einchecken und unsere Quadratzelle von Zimmer in Beschlag nehmen konnten.

Rückblickend stand ich nicht nur ein Mal vor Hotel- oder Hostelzimmern und musste auf die Frage, ob das Zimmer ok wäre mit einem verkniffenen Lächeln und einer Notlüge antworten – in Hong Kong war es nicht anders. An sich war das Zimmer schon ok. Es war sauber, hatte ein Fenster mit integrierter Klimaanlage, leider entsprach es nicht in geringster Weise den Körpermaßen von Europäern. Ich zähle mich zwar nicht zu denjenigen, die Unmengen Platz in einem Zimmer benötigen, dennoch möchte ich nicht das Gefühl haben in einer Gummizelle gelandet zu sein. Das Zimmer war genau so groß, dass ein 1,40 m Bett hineinpasste – das war’s. Es war weiß gefliest und die Bettwäsche hatte den Farbton von OP-Wäsche. Das Bad muss als wahres Raumwunder bezeichnet werden, denn auf nicht einmal einem Quadratmeter waren Waschbecken, Dusche und Toilette untergebracht. In diesem Moment wurde mir klar was immer mit diesen berühmt berüchtigten Schlafkapseln in Asien gemeint war.

Ein Grund mehr sich so wenig wie möglich im Hostel und umso mehr an der „frischen“ Luft aufzuhalten. Die Stadt selbst hat meiner Meinung nach, außer ihrer Hafenpromenade, einigen Nachtmärkten und dem Ausflugshügel, nicht allzu viel zu bieten. Wozu sie aber ohne Zweifel geeignet ist, zum shoppen. Hier gibt es alle erdenklichen Original- und original gefälschte Waren und beides zu unglaublichen Schnäppchenpreisen. Neben einer eigenen Währung bietet Hong Kong seinen Bewohner noch die Freiheit auf alle Internetanbieter zugreifen zu dürfen auf die das „richtige“ China verzichten muss und somit auch alle westlichen (Mode-)Einflüsse. Das lassen sich die Hong-Kong-Chinesen nicht zweimal sagen. Modisch top aktuell gekleidet, scheinbar permanent im Internet, ob in einem der zahllosen Netcafés oder per Handy und weit davon entfernt, was man echtes China nennen kann, leben die Einwohner der Halbinsel auf den ersten äußerlichen Blick wie wir Westler.
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A.T.W.: Mit i-ref einmal um den Globus. Seit Juli 2010 berichtet Autorin Julia Schwabe auf www.i-ref.de von in ihrem 180-tägigen Trip um die Erde und gewährt zusätzlich private Einblicke in das Leben zweier Menschen, die wohl erst jetzt realisieren, wie klein die Welt doch ist.

Intro,, Station 1, Station 2, Station 3, Station 4, Station 5, Station 6,…

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