Shanghai – Moloch aus Glas und Stahl


Land: China

Ort: Shanghai

Irgendwie waren wir uns sicher das Ticket für Sonntagabend gebucht zu haben, doch als wir dann nach einiger Wartezeit in die Abfertigungshalle durften, machte uns ein freundlicher Bahnangestellter darauf aufmerksam, dass unser Zug erst Montagabend abfährt. Lag es an den Verständigungsschwierigkeiten oder hat uns der Fahrkartenverkäufer aus Platzmangel einfach einen Tag später gebucht? Wir werden es nicht mehr erfahren. Das Zugticket konnten wir eh nicht entziffern. Zähneknirschend hievten wir unsere Rucksäcke wieder auf den Rücken und überlegten uns auf dem Rückweg, ob unser Hostel noch eine Nacht Platz für uns hätte.

Völlig irrelevant, entschieden wir als wir kurz nach Verlassen des Bahnhofs das hell erleuchtete Marriot Hotel entdeckten und buchten uns für eine Nacht in die Executive Lounge ein. Wir hatten schließlich noch eine lange, laute und unbequeme Zugfahrt vor uns.

Nach zehn Stunden Highspeed Train wurden wir von unserem Freund Luyi Ding abgeholt und auf direktem Weg durch die Hochhaus-, Straßen- und Autohölle Shanghai zu seinem Luxusapartment chauffiert. Er lebt in einem riesigen Shanghaier Appartmenthaus, in einem riesigen Appartmenthausviertel in dieser riesigen Stadt. Sie brüllt geradezu vor Verkehr, Baustellen und hohen Häusern – egal ob Bürokomplex oder Wohnblock.

Der erste Eindruck setzte sich und wir lernten Luyis Eltern kennen und lieben. Da Chinesen bekanntermaßen nur 7 Tage Jahresurlaub haben, waren wir tagsüber auf uns allein gestellt, vergnügten uns mit dem rosa eingefärbten Hund und wurden von Luyis Mama bekocht. Und wir mussten feststellen; echte chinesische Hausmannskost ist durchaus schmackhaft und manchmal auch äußerst lecker. Die Kommunikation lief hingegen gelungen aneinander vorbei, da Familie Ding nur Chinesisch spricht und wir dieser Sprache kein Stück weit mächtig sind. Sehr amüsant sich selbst dabei zu beobachten, wie man mit seinem Gegenüber gelungen und mit viel Humor aneinander vorbei redet und sich dennoch versteht.

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A.T.W.: Mit i-ref einmal um den Globus. Seit Juli 2010 berichtet Autorin Julia Schwabe auf www.i-ref.de von in ihrem 180-tägigen Trip um die Erde und gewährt zusätzlich private Einblicke in das Leben zweier Menschen, die wohl erst jetzt realisieren, wie klein die Welt doch ist.

Intro: Around The World mit i-ref

Station 1: Willkommen in China – Ni hao was?

Station 2: China – Zensur, Smog und andere Vorurteile

Station 3: China – Hochzeit auf chinesisch

Station 4: Beijing – Nördliche Hauptstadt

10 Kommentare

  1. war letztes jahr auch in shanghai und das hier: “Die Kommunikation lief hingegen gelungen aneinander vorbei” kann ich nur bestätigen!

  2. Eine Weltreise ist nicht mal eben so gebucht, da hast du wohl Recht. Aber als wir unterwegs waren, hatten wir eher das Gefühl nichts besonderes zu machen, sondern lediglich zwei Reisende einer Monsterbewegung zu sein.

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