Finale Gedanken zur Fashion Week: Mode und Sport…



Vor genau 24 Stunden bin ich aus einem seltsam Traum erwacht! Ich konnte nicht früher darüber berichten, da die Ereignisse bei näherer Betrachtung eine nicht auszumalende Tragweite entfalteten und ich diese zunächst zumindest teilweise verarbeiten musste. Es war ein Traum gesponnen aus Mode und Sport…

Diese seltsame, aber äußerst spannende Vereinigung, die ähnlich einem Schaltjahr nur alle vier Jahre in mein Leben tritt und sich irgendwie zufällig anfühlt, dauerte nun fast eine Woche an. Sie begann mit der Grazia Show zum Auftakt der Fashion Week und endete mit einem knappen Sieg der Spanier in der Torstraße. Es sollten die heißesten Tage werden, die ich jemals in Berlin erlebt habe.

Auch wenn der Start der Modewoche wie berichtet nicht besonders gelungen war und ein wenig provinziell daherkam, und ich mich schon am Mittwochabend gegen nackte Modelärsche bei Calvin Klein und für ein desaströses Spiel der deutschen Elf in der Johannesburg entschied, gab es dennoch einiges Sehenswertes in der Modehauptstadt an der Spree: Zum Einen lieferten Lala Berlin und Kaviar Gauche wieder gewohnt starke Kollektionen am Bebelplatz, zum Anderen konnte gerade der Nachwuchs bei der Who’s Next Veranstaltung schwer überzeugen. Gewinner XY war vielleicht nicht der stärkste Teilnehmer, aber YX schon!

Am Donnerstagabend war sicherlich bei der Hugo Boss Sause das höchste Staraufgebot, aber dafür war die beste Party im Soho House, wo das Buch LUCA von Designer Kostas Murkudis in der Library und dem Kinosaal vorgestellt wurde. Gerüchten zufolge wurde der Imagefilm, der das Buch im Schnelldurchlauf zeigte, um eine pikante Szene gekürzt. Näheres war leider nicht zu erfahren. Wie auch immer…denn die Partygemeinde interessierte sich für solche Nebensächlichkeiten herzlich wenig und feierte ungezwungen bis zum Morgenauen.

Freitag stand im Zeichen der Bread & Butter, die an diesem Tag bereits verdächtig leer wirkte, was, so nehme ich es an, an den wirklich wenig interessanten Kollektionen gelegen haben mag. Dafür gab es hingegen interessante Messestände. BTW – gibt es eigentlich einen Award für Messebauer? Scotch & Soda, der neue kommerzielle Dauerbrenner aus Holland (ja, das sind die wirklichen Verlierer der WM), hat definitiv den ersten Preis verdient, auch wenn Thommy Hilfiger aufgrund der besten Zweitverwertung der ehemaligen BBB Officecontainer äußerst impressive wirkte.

Dann war da noch der entspannteste Event der ganzen Woche: Die Präsentation von ellesse im Kinderbad. Selten habe ich so viele zufriedene Mitte-Menschen gesehen: Alle haben sich brav an der Schlange fürs Buffet, die Bar und das Glücksrad angestellt und während gefühlter zwei Stunden Wartezeit und bei einem Eis am Stiel auf das Beste gehofft. Und das bei 50 Grad Lufttemperatur. Dennoch: 1. Preis für die am besten gewählte Location (wer auch immer diese drei Monate zuvor ausgewählt haben mag und dabei sicher nicht wußte, dass während dieser Tage niemand gerne in irgendeinen geschlossenen Raum gepfercht werden wollen würde).

Samstag war dann auch schon Ende im Gelände. Das Wetter zwang einen zu sinnlosem Nichtstun. Erst am Abend traute ich mich vor die Tür und entschloss, den Weg an den Bebelplatz ein weiteres Mal in Kauf zu nehmen.

Blaak und Thomas Engelhardt hatten zum gemeinsamen Defilée geladen, was für den Außenstehenden sowie für den Insider an sich schon mehr als unorthodox daherkam. Und so blieb es auch…ich war erstaunt ob der Ähnlichkeit einiger Elemente innerhalb der beiden Kollektionen, aber auch über die Belanglosigkeit des Gezeigten. Dennoch gab es einige schöne Details wie die kantigen, zu knappen Sweater, die Lederhosen in Krokooptik sowie das unpraktischste Schuhwerk ever.

Das Fashion Finale war dann wohl die DERZEIT Closing Party im Picknick: Die Jungs und Mädels um das Daily Fashion Paper Projekt haben es geschafft, ein inhaltlich in diesem Land einzigartiges Konzept und ästhetisch einwandfrei umgesetztes Produkt, nachhaltig zu etablieren. Alleine dafür gebührt den Machern irgendeine goldene Nadel oder so ein Start Up Gutschein über ‘ne Viertelmillion. Aber auch ohne diesen Bonus war die Lufttemperatur in dieser Nacht in einem der beiden Hinterhöfe auf jeden Fall die Angenehmste!

Hingegen gab es für die Meisten von uns an diesem Wochenende nur ein Finale und dieses fand am Sonntag statt. Hierzu gibt es am heutigen Tag jedoch nichts mehr zu sagen, außer: Viva España!

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