Steven James Scott – Professional Birdwatcher und Fotograf




Nach langen Jahren im Video- und Filmbusiness fasste Steven James Scott erst vor zwei Jahren den Plan, sich als professioneller Fotograf zu versuchen. Daß ihn ein Setting wie das bei seinem ersten Fotoshooting für eine befreundete Modedesignerin auf dem Dach eines Art Deco Gebäudes in Downtown L.A. von der Richtigkeit dieses Vorhabens überzeugte, halte ich für bestens nachvollziehbar – und dennoch zog er dann bald nach Berlin. Hier liegt, wie er sagt, die “Mode in der Luft”. Genau das richtige Klima für einen Modefotografen aus Leidenschaft. Mode durch den Sucher einer Kamera zu betrachten, bedeutet für Steven James Scott die Möglichkeit, mit Schönheit, Strukturen, Details, Texturen und Licht eine Geschichte zu erzählen – eigentlich recht ähnlich wie in seinen vorherigen Jobs beim Film.

Während der Arbeiten an seinem aktuellen Projekt DIRTY BIRD verriet er mir ein Geheimnis: “Well, I never thought I’d admit this, but I’m a bird nerd. Always have been. The thing about birds is they are just so…prehistoric, and so alien in their movements, behavior and structure, that it’s almost like watching living dinosaurs. But with wings.” Die Elstern auf seiner Straße haben es ihm dabei besonders angetan, sagt er. Deren tägliches Drama auf der Suche nach Futter, Revierstreitigkeiten und Balzritualen sei mindestens so lebendig wie eine Soap Opera. Wer von euch schon einmal den Spatzen vorm Galao dabei zugeschaut hat, wie sie mit vereinten Kräften ein Croissant vom Teller stehlen, kann sich vorstellen, was er damit meint.

Die Analogie zwischen dem Beobachten von Vögeln und dem Fotografieren von Models liegt nahe – es geht für Steven James Scott um die Betrachtung von Positionen, Strukturen und der Interaktion der Subjekte mit ihrer Umgebung. Darum, ein Zeuge der Schönheit der Schöpfung zu sein, während man selbst etwas schönes erschafft.

Bei DIRTY BIRD bringt er die Ästhetik der Mode mit den aufwühlenden Bildern von verölten Vögeln im Golf zusammen – pünktlich zur Fashion Week eine willkommene Erinnerung an die Frage, ob es nicht vielleicht noch ein paar andere Dinge gibt, über die wir uns Gedanken machen sollten.

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2 Kommentare

  1. Well, I’m not actually a professional bird-watcher. Just an amateur. I don’t even have a pair of binoculars anymore. Hmmm. maybe the flea market….

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