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„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Artikel 5, Grundgesetz.
Die Entwicklung der Kommunikation im Kontext von Social Media steht fest: Freie Meinungsäußerung ist die absolute Revolution im Web 2.0 – flächendeckend, global und auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
Beim Durchforsten des Internets stößt der Besucher binnen Sekunden auf Micro Sites, soziale Netzwerke oder sonstige Meinungsmacher. Das bekannteste Medium: das Internetblog. Längst ein fester Medienkanal in der modernen Gesellschaft, ermöglicht an jedem Ort, zu jeder Zeit, punktgenau seine Meinung zu platzieren und regt zum diskutieren an. Sei es das leckere Dinner von gestern Abend, der unangenehme Gegenüber in der S-Bahn, oder, wie Folgendes verdeutlicht, ein Hilfeschrei aus dem Iran. Ein Land, in dem freie Meinungsäußerung nach wie vor ein Verbrechen ist.
Die Tatsache, dass in der Liste der größten Bloggernationen der Iran auf Platz vier steht, ist nicht nur die Retourkutsche einer scheinbar maroden Staatsphilosophie, sondern gleichermaßen ein Indiz für die Unterdrückung einer ganzen Nation. Eine Nation, welche die Macht des Internets erkannt hat und fordert was ihr zusteht: Freiheit.
Doch wer bloggt hier? In einem Staat, in dem Frauen unterdrückt, Homosexuelle getötet und scheinbar alles überwacht wird, trägt ein Hilfeschrei dieser Art gleichermaßen große Gefahren mit sich.
Eine kleine Antwort liefert die Altersstruktur des Landes: Die Hälfte der 70 Millionen Einwohner ist unter 25 Jahre alt. Junge Early Adopters, welche das Reglement ihrer Gesellschaft in Frage stellen und via World Wide Web einen Traum ausleben – den Traum vom „neuen Iran“. Nicht ausschließlich auf politischer, wirtschaftlicher oder sozialer Ebene; vielmehr entwickelte sich eine Art Parallelnation, das „Iran 2.0 beta“. Eine Nation, in dem junge Menschen offen auf der Straße flirten, lachen und lieben können und fernab der Geschlechterfrage die Zukunft ihres Landes planen.
Bis dato sind die Blogger nicht oder nur schwer zu identifizieren – was gut ist. So könnte der Traum einer geschönten Onlineversion schon bald den Alltag der Iraner dominieren.
Wir bleiben dran.
Video: “Iran: A Nation of Bloggers” lief beim Future Shorts Festival 2008.
via youtube
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