A.T.W. mit i-ref: Willkommen in China – Ni hao was?

Land: China

Ort: Peking

Nach einem angenehmen neun Stunden Flug Frankfurt/Peking – wie komfortabel so ein Langstreckenflug in der „Holzklasse“ eben sein kann – stapften wir frohen Mutes der großen schwarzhaarigen Masse Richtung Ausgang hinterher. Die beängstigend genau durchgeführte Pass- und Seuchenkontrolle lies uns unglücklicherweise den Anschluss zum Pulk verlieren und da standen wir. Zwei Europäer ohne China- und Chinesischkenntnisse.

Der Versuch am Infoschalter, welcher am Flughafen noch mit lateinische Buchstaben gekennzeichnet ist, die freundlich aussehende Dame nach einem Stadtplan beziehungsweise dem Weg in die Stadt zu fragen schlug jedoch vollkommen fehl. Mit vornehmer Zurückhaltung versuchte sie mir vermutlich verständlich zu machen, dass sie nur chinesisch spricht, oder keine Informationen für mich hätte. So versuchten wir anhand der geringen Beschilderung den Weg zur Bahn zu finden, denn soweit hatten wir voraus geplant, es musste einen Airportexpress bis in die Innenstadt geben. Gesucht, gefunden und zwei Tickets erfuchtelt, stiegen wir erleichtert in die Bahn.

Am Zielbahnhof angekommen mussten wir feststellen, dass der “Weichspüler” ab sofort fehlen würde – kein einziges lesbares Wort, niemand der Englisch oder eine ähnlich klingende Sprache beherrscht und Gestiken bzw. Mimiken, die irgendwo zwischen Freude, Unverständniss bis hin zu verhaltenem Wutausbruch liegen, doch was sie wirklich bedeuten, haben wir bis heute nicht verstanden.

Wir hatten schon befürchtet, dass es schwierig werden könnte, in einem Land, in dem die Leute Europa für eine chinesische Provinz im Westen halten, sich ohne Sprachkenntnisse von einem Ort zum nächsten zu bewegen. Doch wir wollten uns nur in den drei großen Städten Peking, Shanghai und Hong Kong aufhalten. Hier sollte man Dank Olympischer Spiele, internationalem Business und ehemaliger englischer Kolonialisierung doch ein bisschen was mit der „Weltsprache“  Englisch anfangen können, oder etwa doch nicht!?

Zu unserer Enttäuschung mussten wir diesbezüglich einen herben Rückschlag erleiden und versuchten uns fortan mit einer Kombination aus Taschenbuch-„Hoch-Chinesisch“ und Lebensmittelbildchen durchzuschlagen. Letztendlich aßen wir nur noch in Restaurants, deren Speisekarten aus Bildern und einer englischen Übersetzung bestanden und taten es den 1,3 Milliarden Chinesen gleich und lächelten uns über Missverständnisse, ungenießbares Essen und Fehlbuchung hinweg.






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A.T.W.: Mit i-ref einmal um den Globus. Seit Juli 2010 berichtet Autorin Julia Schwabe auf www.i-ref.de von in ihrem 180-tägigen Trip um die Erde und gewährt zusätzlich private Einblicke in das Leben zweier Menschen, die wohl erst jetzt realisieren, wie klein die Welt doch ist.

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