“Cage People” – Leben im Käfig




 

 

Ich stelle einfach mal die Behauptung in den Raum, dass den meisten Menschen hier in Deutschland überhaupt nicht bewusst ist, was sie für ein Glück haben, hier aufzuwachsen bzw. hier leben zu dürfen.

Natürlich muss ich mir auch an die eigene Nase fassen, denn wirklich zu schätzen wusste ich meine bisherigen Lebensumstände nicht. Ich kann mich noch erinnern, dass ich vor einigen Jahren bei der Wohnungssuche überlegt hatte, ob mir 40 Quadratmeter reichen würden. Ein Gedanke, der für zahlreiche Bewohner von Chinas Metropolen fernab jeglicher Realität zu sein scheint. Dort leben circa 200 Menschen in zwei- oder dreistöckigen Schlafkäfigen auf 150 Quadratmetern mit gemeinsamen Aufenthaltsräumen, Koch- und Sanitäreinrichtungen.

Wegen Platzproblemen führte man diese Notlösung ein, jedoch wohnen Schätzungen zufolgen mittlerweile über 100.000 “Cage People” im Reich der Mitte. Allein in HongKong sind es knapp 1.000 Menschen, die für 150 Dollar Monatsmiete in einer solchen Käfigbehausung leben. Privatsphäre ist hier fehl am Platz und wie man es sich vielleicht schon vorstellen kann, sind die hygienischen Zustände miserabel.

 

Für einige Arbeitslose und Rentner ist das die einzige Möglichkeit, da sie sich etwas anderes nicht leisten können und ansonsten auf der Straße leben müssten. Auch Menschen die einen festen Beruf nachgehen, können sich zum Teil eine normale Wohnung nicht leisten. Für eine 1-Zimmerwohnung in HongKong zahlt man gut und gerne 1.500 Euro im Monat, was für viele Arbeiter bei gerade einmal 700 Euro Einkommen einfach nicht bezahlbar ist.

Da immer mehr Menschen vom Land in die Städte strömen, nehmen Wohneinrichtungen dieser Art eher zu, als das sie wieder verschwinden. Was einen hierzulande eher an Legebatterien für Hühner erinnert, gehört in China längst zum Alltag.

Fotos von: Bobby Yip

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3 Kommentare

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  3. also ich finde eine gesellschaft sehr fragwürdig, in der die mieten doppelt so hoch sind, wie ein monatliches einkommen.

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