Ein Jahr – eine Band: GIRLS

http://vimeo.com/8874256

Früher ging ich jede Woche auf Konzerte, ich gab mein ganzes Taschengeld für Platten aus, ich sammelte eifrig Tourshirts und ich war, was Musik anging, immer auf dem neuesten Stand. Heute ist das nicht mehr so, ich fühle mich alt. Zu alt um noch auf jedes Konzert zu rennen. Nicht dass ich so alt wäre, aber mein Aufnahmevermögen ist nicht mehr das, was es mal war – mein Musikgeschmack ist heute zementiert. Ich mache keine Experimente mehr, ich habe meine 10 Lieblingsplatten, also lasst mich in Ruhe.

Warum sollte ich zum Konzert einer Band gehen, ihre Platte kaufen, wenn sie sowieso nur die Großen, Alteingesessenen zitieren und beklauen. Gelangweilt von den jungen Wilden, die-Band-von-letzter-Woche-kopierenden Brittockern, den bunten T-Shirt Trägern aus Brooklyn und den Jungs mit den akkurat gestutzten Haarschnitten aus Skandinavien.

Abgedroschen kommen viele der neuen Indie-Helden daher, da höre ich doch lieber in die Jahre gekommenes aber immer noch frisch klingendes.

Jedes Jahr springen ein paar wenige interessante Künstler auf’s sich unaufhörlich drehende Musikkarussell auf. Neben ein paar perfekten Songs denen ich huldige, gibt es einige wenige Bands, die mich nicht nur mit einem Song zu begeistern wissen. 2009 waren es für mich GIRLS aus San Francisco. Verschrobene Typen, die mich mit ihrer 45- minütigen Live Show und ihren Videos voller schöner Westküstler zum Plattenladen meines Vertrauens rennen ließen.

Wahrscheinlich rufen die GIRLS bei vielen nur noch ein müdes Gähnen hervor. Und es stimmt, der heißeste Scheiß sind sie nicht mehr, gehören sie doch zu den Darlings von einflussreichen Musikblogs wie Pitchfork und Stereogum. Doch für alle, die in der schnelllebigen Blogosphäre noch nicht auf dieses Juwel gestoßen sind: euch sei ihr clever betitelter erster Longplayer empfohlen.

Ansich eine große Ehre für die GIRLS, meine Band 2009 zu sein. Wer wohl 2010 das Rennen macht?

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